„Mütter aus Deutschland“. Eine Rezension.

[sponsored] Als Roman- und Kinderbuchautorin bin ich seit einigen Jahren Teil des kleinen, aber feinen kladde|buchverlags aus Freiburg. Als dort nun eine Hommage an die jungen, alten, reichen, armen, berufstätigen, arbeitslosen, frustrierten, gelassenen, abenteuerlustigen, erfüllten, enttäuschten… kurz, an ALLE Mütter erschien, konnte ich es natürlich kaum erwarten, ein Exemplat davon auf meinen Schreibtisch zu bekommen. Und hier ist es nun: Außen quietschgelb, innen so bunt wie das Momlife selbst- und mit einem großartigen Hintergedanken.

„Wie kriegen andere Mütter das hin?“. Diesen Gedanken hat vermutlich jede Mama mindestens schon einmal gehabt. Zum Beispiel, wenn der Säugling nachts nur weint und der Schlafmangel uns zum Zombie macht. Wenn das Kleinkind sich schreiend zu Boden schmeißt und an der längsten Kassenschlange den Tobsuchtsanfall seines Lebens bekommt. Wenn der Partner seine Unterstützung versagt und die Partnerschaft in die Brüche geht. Wenn der Job einem sämtliche Energie aussaugt und man trotzdem noch Abendessen kochen und Kinder trösten muss. Wenn man eigentlich noch ein bisschen was von der Welt sehen will. Wenn, wenn, wenn – es gibt wohl so viele Wenns, wie es Mütter und Kinder gibt auf der Welt. Und wie leben die? Wie schaffen die das?

Die Antwort auf diese Frage, die kriegt man selten. Bei Instagram & Co. scheint oft das Bild der perfekten Mutti zu überwiegen, die gutgeschminkt und modisch angezogen perfekte Partys organisiert, perfekte Aktivitäten mit dem Nachwuchs veranstaltet und obendrein noch ein blitzblankes Haus und eine blitzblanke Partnerschaft samt Superjob unter einen Hut bringt. Dabei ist es umso mehr Zeit für die Wahrheit. Und ein kleines Stück davon (genauer gesagt: 30 kleine Stückchen) hat Tanya Neufeldt in ihrem Buch zusammengetragen.

Sie hat Frauen aus ganz Deutschland besucht, über ihr Mutterleben ausgefragt und in sachlichen Texten Fragmente aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen zusammengetragen. Genauso sachlich und gleichzeitig persönlich sind die dazugehörigen authentischen Porträts vom Berliner Fotografen Mujo Kazmi. Beides zeigt auf interessante Weise die Vielfalt derer, die sich hinter dem Begriff „Mutter“ verbergen, und die Kraft, die in der Mutterschaft steckt.

30 Geschichten, die Geschichte schreiben wollen

Hinter „Mütter aus Deutschland“ stecken zwei Dinge: Zum Einen werden unterschiedlichste Lebenssituationen und Probleme, Herausforderungen und Lösungen, Ideen und Freuden geschildert; manchmal besonders spannend, weil sie so anders sind, – und manchmal genau deswegen interessant, weil sie einem so bekannt vorkommen.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, um das Buch nicht nur kurz durchzublättern, sondern auch tatsächlich zu kaufen: Denn Partner für dieses Buch-Projekt ist Care.com, die weltweit größte Online-Plattform für familienunterstützende Dienstleistungen. Care.com hat in Deutschland zusammen mit International Rescue Committee (IRC) Care Forward ins Leben gerufen: ein Programm für geflüchtete Frauen, das ihnen kostenlose Berufsorientierungskurse anbietet. Care Forward soll dabei helfen, dass die Frauen sich anschließend zur Altenpflegerin, Erzieherin oder Krankenschwester ausbilden lassen oder als Haushaltshilfe arbeiten. So entsteht eine Win-Win-Situation: Die Frauen können sich über selbstbestimmte Arbeit in ihrer neuen Heimat identifizieren und gleichzeitig wird der extreme Fachkräftemangel in Deutschland gemildert.

Nix mit Amazon!

Damit das Care-Forward-Programm weitergeführt werden kann und noch viele weitere Frauen daran teilnehmen können, gehen 90% der Verkaufserlöseaus der Erstauflage von „Mütter aus Deutschland“ projektgebunden an IRC: Pro verkauftem Buch wird so eine Ausbildungsstunde für die Frauen im Programm finanziert. Daher wird „Mütter aus Deutschland“ auch nicht über Zwischenhändler wie amazon o.ä. vertrieben, sondern kann nur direkt beim Verlag bestellt werden: Hier findest du den Link zum Kaufen & weitere Infos.

muetter aus deutschland

„Mütter aus Deutschland“ ist kein Buch, was man auf einen Rutsch durchlesen kann – dazu brauchen die einzelnen Geschichten zu viel Raum. So zu Beispiel die von Aleksandra, die ihren Mann im Heim kennengelernt hat, ihr erstes Kind kurz nach dem Abschluss des 10. Schuljahres bekommt und deren Beziehung an Geldsorgen und anderen Nöten beinahe scheitert. Beim Lesen kommen mir meine eigenen Sorgen plötzlich klein vor, alles relativiert sich, und Aleksandras Abschlusssatz, dass sie mit ihrem Mann ihre Familie haben und halten möchte, macht mich demütig. Und mutig und stark zugleich.

Denn so sind Mütter: Sie stehen immer wieder auf, wenn es nur irgendwie geht. Und dafür lohnt sich dieses Buch. Zum selbst wiederaufstehen und dazu, anderen beim Aufstehen zu helfen.

2 Gedanken zu “„Mütter aus Deutschland“. Eine Rezension.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.