… und wie macht die Schnecke? Ein kleines ABC der schrägen Tierlaute.

„Was!? Die Schnecke?“ – Yep, die Schnecke!

Ja, ich sehe eure ratlosen Gesichter förmlich vor mir und glaubt mir, ich hab auch so geguckt. Aber inzwischen möchte ich behaupten, dass ich ein echter Experte für ungewöhnliche Tierlaute geworden bin. Nennt mich Dr. fips Miezmauzkrrrpkrrrp!

Ich war mein Leben lang ein leidenschaftlicher Leser und nichts möchte ich lieber an Fips weitergeben als meine Liebe zu Büchern. Für den Anfang standen aber natürlich nicht Irving oder Lindgren auf der Liste, sondern erst mal die ganz bodenständigen Geschichten. Sprich: Ich kaufte Fips obenstehendes Tierbuch, um als erstes Tiergeräusche vorzulesen.

Wir setzen uns also gemütlich in Vorleseposition und schlugen die erste Seite auf. Und da war sie… die Schnecke. „Öhm, tja, also“, sagte ich und sprang schnell zu Bild Nr. 2: dem Schmetterling. „Öhm, hm, ja“, sagte ich, zunehmend verlegen, und schlug rettungsuchend Seite 3 auf: Hier war eine Raupe zu sehen. Eine Raupe!

Ich gab auf. Blätterte zurück auf Seite 1, atmete tief durch und versetzte mich mit all der mir zur Verfügung stehenden Vorstellungskraft in schleimig-glibschige Langsamwelten. Also nochmal: „Wiiie macht die Schnecke?“

Inzwischen hab ich die Schnecke locker drauf. Von Hund, Katze, Maus selbstverfreilich gar nicht zu reden!

Für alle, die noch am Anfang der Nahrungskette stehen, habe ich meine Erkenntnisse der abseitigen Tierlaute hier einmal zusammengefasst. Viel Freude damit und probiert es gleich mal aus! Inspiration und Improvisation, go!

Onomatopoetisch-gestisches Inspirations-ABC für Tierbucheinsteiger

  • die Ameise = [Fingern krabbeln über das Bein]
  • der Bär = [mit geschlossenem Mund, grimmig] rrrrmmmmmm!
  • die Biene = [während der Zeigefinger auf dem Kopf kreist] bssssss
  • das Eichhörnchen = keck-keck!
  • die Ente = natt-natt
  • das Entenkind = piele-piele-piele
  • der Fisch = blubb-blubb
  • der Hase = [am Hals des Kindes schnüffelnd] muck-muck
  • der Igel = schmatz-schmatz-schmatz
  • der Krebs = [Daumen und Finger krebsscherenartig schnappen lassen]
  • das Lama = [Rotz in den Atemwegen und andeutungsweise ausspuckend] krck-pfffft!
  • der Marienkäfer = [Finger krabbeln – Achtung, Feinheiten! – über den Arm]
  • das Meerschweinchen = quiek-quiek
  • der Pfau = [möglichst affektiert] gaah! gaah!
  • die Raupe = [kraspelnd] krrrp-krrrp-krrrp
  • der Seehund = [heiser] au! au! au!
  • der Schmetterling = [tonlos] flpp-flpp-flpp
  • der Specht = [mit den Zeigefinger im Takt auf die Brust tippen] tok-tok-tok
  • die Spinne = [die Finger einer Hand spinnenbeinähnlich öffnen und schließen]
  • der Waschbär[Hände bewegen sich wie beim Einseifen]

…. und alphabetisch nicht ganz astrein, aber aus dramaturgischen Gründen zu guter Letzt endlich: die Schnecke = [mit viel Spucke zwischen Zähnen und Lippen hervorgeplutscht] pfsst-pfsst-pfsst

’nen Marienkäfer, aber keen Hund!

Muss ich noch erwähnen, dass der liebe Guido van Genechten in seinem Buch zwar Ziege und Schaf untergebracht hat, die einander lautmalerisch betrachtet durchaus ähneln, und einen Pfau – aber keinen Hund?!? Also wirklich. Und, werter Guido, bevor du dich mit guten Absichten rechtfertigst: Der kleene Köter auf der Rückseite zählt nicht!

Übrigens bin ich sowohl beim Hamster als auch beim Maulwurf noch sehr ratlos (beim Wurm stecke ich gerade in der Experimentierphase). Also, wenn jemand noch Ideen hat? Immer her damit!!

2 Gedanken zu “… und wie macht die Schnecke? Ein kleines ABC der schrägen Tierlaute.

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