War’s das nun vom kleinen Brandenburger?

„… oder kommt da noch was?“, fragte mich die Schwiegermutter gestern. Ich musste schlucken und dachte an John Lennon, der mein Leben schon so oft in passende Worte gefasst hat:

Life is what happens to you

while you’re busy makin‘ other plans.

Passenderweise (für ’nen Mutti-Motto-Zitat) stammt dieser Lyricschnipsel aus dem Song „Beautiful Boy (Darling Boy)“, den Lennon im Jahr seines Todes veröffentlichte und den er für seinen damals knapp fünfjährigen Sohn Sean schrieb.

Früher hat das Zitat für mich mal bedeutet, dass ich mein Sozialleben ganz schön zusammengestrichen habe, wenn ich andere Pläne hatte. Diese Pläne hatten dabei übrigens eigentlich immer mit schreiben zu tun: Ich habe einen zweiten Blog mit Stories betrieben und außerdem in knapp fünf Jahren zwei Romane und zwei Kinderbücher verfasst (ja, kann man auch kaufen) und wer mich kennt, weiß, dass ich in den Produktionsphasen ziemlich einsiedlerisch war.

Tja. Das war früher. Pre-fipsianisches Zeitalter sozusagen. Jetzt hat mich nämlich das Leben voll im Griff und ich komme wenig (okay, fast gar nicht mehr zum Schreiben) – keine Zeit für andere Pläne im Working-Mum-Life…

Um 7.30 Uhr aus dem Haus, Fipslein zur Tagesmama und mich selbst ins Büro verfrachten, bis 15 Uhr arbeiten, heimfahren, Fipslein einsammeln und bis zum Abendritual um 18 Uhr bespaßen, danach noch mal anderthalb Stunden ins Homeoffice und dann…? Tja. Das frage ich mich manchmal auch. Was immer auch ich dann tue, aber produktiv ist es nicht. Zumindest nicht im kreativen Sinne, mehr so im Wäsche-Haushalt-Aufräum-Ehefrauen-Kontext.

Aber ich will nicht jammern. Wir haben eine ganz gute Routine gefunden, die mehr Zeit mit Fips bietet als ich befürchtet hatte. Und ich habe einen Funken Hoffnung: Manchmal, ganz selten, knispelt eine grobe Idee für einen möglichen dritten Roman durch meine Hirnwindungen. Und manchmal tun sich Brücken auf, die mich meinen Tagesplan durcheinander schmeißen lassen und mich an meinen Schreibplatz wirbeln. Draußen der Sonnenaufgang, drinnen die Tastatur, ein Kaffee und ich. Ganz allein.

So wie heute morgen. Und dann begegne ich der Frau, die ich einmal war, und schüttle ihr ganz zaghaft die Hand: „Hey… schön, dass du noch da bist…“ Der kleine Brandenburger ist also noch nicht am Ende, er lässt sich nur ein ein wenig Zeit.

In diesem Sinne noch einmal mit meinem geliebten Lennon gesprochen.

Good night.

See you in the morning. Bright and early.

 

2 Gedanken zu “War’s das nun vom kleinen Brandenburger?

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