Hallo, Tagesmama! Bye-bye, schlechtes Gewissen.

„Ist es nicht noch viel zu früüüüh?“ – Nope: Dieser Beitrag geht raus an alle Mamas, die sich nach einem Jahr Elternzeit (oder auch weniger) anhören müssen: „Waaaas? Du gibst dein Kind weg?“ Denn bei uns heißt es ab sofort hallo, Tagesmama… und hallo, Freundin Freiheit. Und habe ich ein schlechtes Gewissen? Überhaupt nicht. Und ich erzähle euch auch gern, warum (nicht).

Ich atme tief ein. Frische Luft strömt in meine Lungen, sonnenwarm mit einem goldleichten Hauch von Herbst. Vor mir auf dem Tisch steht ein Glas Kakao. Ich atme aus. Trinke einen Schluck heiße Schokolade und schließe die Augen. Ruhe. Ruhe! Ruhe: Keine Händchen, die sich in meine Hose krallen und mir selbige beim Versuch aufzustehen Richtung Kniekehle zerren. Keine Händchen, die nach dem Glas grabschen. Keine Händchen, die anschließend die Schokoflecken an meinem Shirt abschmieren. Nur ich. Ich. Ich. ICH.

Hallo, Ego!

Lange war es auf dem Blog still, denn ich hatte mit unserem Umzug und vor allem mit Fips alle Hände voll zu tun (manchmal mehr als die zwei, die ich mein Eigen nenne). Die letzten Monate waren unglaublich voll (und auch leer zugleich, aber über die berühmte Babyblase werde ich noch schreiben).

Dabei habe ich ja „nicht mal“ ein Schreibaby und auch das gerade so beliebte Highneed-Exemplar ist es nicht, sondern eher das Modell „Einsteiger“. Aber der Einsteiger ist auch ein Draufsteiger. Ein Drunterkrabbler und Rumtreiber, ein Reinkriecher und Drübermacher, ein Neugiernaseweis und Mamabeinschnapper, ein Ungeduldrabatzer und Allesprobierer – kurz: ein supermobiles Vollkontaktbaby.

Man stelle sich nur vor, neben diesem Raufreindrüberdrunterklettermax mit ausgeprägter Rumwühlvorliebe einen einzigen Umzugskarton zu packen! Oder ein Essen zu kochen. Oder sich für eine halbe Stunde zum Tippen an den Rechner zu setzen. Hm ja. Aber! Diese Zeiten sind vorbei!

Hallo, Déjà-vu!

Denn heute, am dritten Tag der Eingewöhnung, wurde ich von unserer wunderbaren Tagesmutter einfach schon mal nach zehn Minuten vor die Tür geschickt: „Tschüß, Mausebär. Bis später!“

Zack, Tür zu. Das war’s. Kein Heulen und kein Zähneklappern, sondern nach einer Viertelstunde das erste Beweisbild eines happy spielenden Kindes per WhatsApp. Das ich mir anschaue, während ich meine Milchschokolade schlürfe (dafür sitze ich übrigens im selben Café, in dem der Fipspapa und ich vor anderthalb Jahren mit dem ersten Ultraschallbild in der Hand und Fips‘ ersten Herzschlägen im Ohr saßen, aufregt und so-so glücklich).

„Und, wie fühlst du dich?“, fragt die Familie, fragt die Krabbelgruppe, fragt sogar die Bäckersfrau, die mir meinen Kakao verkauft. Und was soll ich sagen? Ich fühle mich verdammt gut.

Hallo, Happiness!

Und zwar nicht, weil ich die Verantwortung für mein Kind endlich jemand anders in die Schuhe geschoben habe. Nein. Nach durchstillten Nächten und durchgängig be-kümmerten Tagen wünsche ich mir zwar mehr als alles andere eine Pause, aber möglich ist diese Pause für mich nur, weil es sich richtig anfühlt. Nicht nur für mich, sondern auch für Fips. Für uns.

Denn ganz ehrlich: Mein fröhliches Vollkontaktkind langweilt sich mit Mama allein. Andere Kinder, das ist der Knaller! Das hebt die Laune, das lässt die Synapsen sprießen, das macht meinen Fips glücklich. Und deswegen lasse ich mein Kind voller Liebe und Stolz los. Und es ist mir ganz egal, was andere über den Zeitpunkt denken. denn Fips und ich – wir beide! – haben ihn zusammen bestimmt.

Ich gebe dich nicht weg, mein Kind. Ich gebe dir, was du brauchst. Und bekomme dabei, was ich brauche: nämlich die Power, meinen Tag wieder in deine Händchen zu legen, jedes Wehwehchen zu streicheln und allen Kicher-Kitzel-Krabbel-Blödsinn mit dir aus voller Seele zu genießen ❤

Hallo, Nachtrag

Nicht, dass mein Fips nun nicht mehr interessiert an meinen Beinen wäre. Oder an der Brust. Über eine Portion Schweinemilch geht immer noch nichts. Im Moment stille ich sogar manchmal beim Wickeln, weil sonst Rambazamba ist – aber mein Gott! Ich wollte doch wieder Yoga machen, also kann ich mich ruhig mal etwas verbiegen #happybabypose

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