Die Erstausstattung 2.0: Was ich wirklich brauchte

Überall findet man Listen zum Thema Erstausstattung: Die Must-Haves reichen vom Heizstrahler bis zum Komplettset Nuckelfläschchen, und wenn man all das Empfohlene kauft, ist das Kinderzimmer rappelvoll und das Portemonnaie dafür leer.

Erste Hilfe beim Weg durch den Erstausstattungs-Listendschungel lieferte damals unsere Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs: Sie strich unsere Liste gnadenlos zusammen und hatte viele gute Alternativ-Tipps auf Lager (zum Beispiel eine wiederverwendbare Rotlichtlampe statt sauteurem Heizstrahler oder Kochtopf statt Vaporisator).

Übung macht die Mama!

Die so überarbeitete Erstausstattung habe ich euch damals schon einmal hier gezeigt. Damit war ein guter Anfang gemacht, aber jetzt – zwei Monate nach Fips‘ Geburt – sieht manches noch mal ganz anders aus: Die niedlichste Klamotten entpuppen sich wortwörtlich als untragbar, teuer gekaufte Kleidung wird ungetragen weitergegeben und auch das Pflegesortiment sieht anders aus als geplant. Daher möchte ich euch an dieser Stelle meine inzwischen praxiserprobte Erstausstattung 2.0 vorstellen… am Ende des Beitrags gibt’s dann auch noch mal eine korrigierte Version der Ausstattungs-Checkliste zum downloaden.

Bloss nicht zu teuer kaufen!

Vorweg: Man muss gute und hochwertige Produkte fürs Baby nicht unbedingt im Laden (oder Online-Shop) kaufen. Eine sehr empfehlenswerte Alternative ist die App Mamikreisel: Hier können zu extrem günstigen Preisen neue und gebrauchte Baby- und Kindersachen gekauft und getauscht werden. Die Kontakte sind in der Regel sehr nett und es gibt nicht nur Klamotten, sondern auch Spielzeug, Möbel, Kinderwagen samt Zubehör, Literatur sowie Still- und Umstandsmode… kurz: eigentlich alles, was Kinder und Mamas brauchen.

Ich kaufe hier inzwischen eigentlich alle Kleidungsstücke. Aus zwei Gründen: Im Vergleich zu Second-Hand-Ware enthält neue Kleidung noch viele Chemikalien (zum ausführlichen Vergleich von Kleidung aus erster bzw. zweiter Hand habe ich auch schon einmal einen Beitrag geschrieben). Neue Sachen sind außerdem teuer – besonders, wenn man auf hautfreundliche Bio-Qualität (wie etwa Alana oder HessNatur) und/oder einen besonderen Stil (wie etwa den coolen Style von Loud & Proud) achten möchte. Und dasselbe gilt eigentlich auch für andere Babyartikel. Nur Kauspielzeug würde ich gebraucht nicht kaufen, sondern Neuware vorziehen – aber auch die Kategorie „Neu“ (mit und ohne Etikett) findet man bei Mamikreisel.

Die Nicht-Kulturbeutel-Links in meinem Text sind also eher als Inspiration und Bebilderung zu verstehen 😉

PS: Wer mal gucken will, was ich im Angebot habe, klicke auf meinen Mamikreisel-Account fipsundich. Denn weil Babykleidung eben nur kurze Zeit passt, braucht man bald einen Kanal, um Unpassendes gut wieder loszuwerden!

Für dich: Krankenhaus und Wochenbett

Mindestens für die ersten Wochen wirst du ein paar Accessoires brauchen – ganz normal, denn der Körper muss sich ja auf die neue Situation einstellen. Achtung: Meine Erfahrung beziehen sich nur auf meine Zeit als Still-Mama. Wer das Fläschchen gibt, braucht die eine oder andere Sache möglicherweise nicht.

  • dünne Einlagen fürs Wochenbett (die dicken Vorlagen bekommt man in der Regel im Krankenhaus; wenn alles gut verläuft, braucht man sie nur ein paar Tage, so dass man keine Riesenpackung mit 30 Stück kaufen muss)
  • 1-2 Paar Stilleinlagen aus Wolle/Seide (am Anfang können die Brustwarzen durch das Stillen sehr empfindlich werden; die Stilleinlagen schützen die Haut und saugen auch überflüssige Milch auf)
  • Heilwolle (wenn die Stilleinlagen nicht ausreichen und die Haut trotzdem wund wird)
  • LansinohBrustwarzencreme (von dieser violett verpackten Lanolincreme hast du vermutlich in einem deiner Baby-Willkommenspäckchen ein Pröbchen bekommen… das reicht vielleicht sogar aus! Lansinoh ist eine Art Wundermittel, aber auch schweineteuer, also abwarten. nachkaufen geht immer!)
  • mindestens 2 Still-Shirts (je nach Spuck-Affinität deines Zwergleins; ich empfehle die aufknöpfbaren Trägerhemdchen von H&M oder die Rauf-Schieb-Shirts/Pullover von boob)

Für die anfängliche Eingewöhnung (wann hab ich zuletzt gestillt? welche Seite ist denn jetzt dran? wie lange trinkt das Kind überhaupt?) kann auch eine Still-App hilfreich sein. Später braucht man die vermutlich nicht mehr, weil man „fühlt“, was dran und richtig ist.

Babys Kulturbeutel

Im Rahmen der Baby-Willkommenspakete wirst du vermutlich jede Menge Pflegeprodukte von Bübchen geschenkt bekommen: Du bist also für den Anfang eigentlich von Baby-Wundschutzcreme für/gegen den wunden Po bis zum Babyshampoo bestens ausgerüstet. Und eiiiigentlich brauchst du sogar viel weniger als das. Hier sind meine Empfehlungen:

  • Windeln (wenn ich reich wäre, würde ich die kompostierbare Maisstärke-Öko-Variante von Naty nehmen; so kaufen wir unsere preisgünstigen Zweiter-Wahl-Windeln vom Windelmobil… die Minis waren hier von Pampers, die Midis von Moltex Nature, einer Ökomarke)
  • hautverträgliche Feuchttücher (dazu mehrere Bemerkungen: 1) Bübchen-Feuchttücher haben wir als extrem nass empfunden und sie machten den Babypo sehr klebrig. 2) Die Öko-Feuchttücher von Naty sind dagegen „trockener“ und scheinen die Pohaut in ihrem natürlich zarten Zustand zu belassen. 3) Zuhause reinigt es sich sehr gut mit Wasser, Einmal-Waschlappen/Waschlappen  und bei arg verklebtem Kackapo etwas Calendulaöl oder Mandelöl.)
  • Heilwolle und oben genannte Bübchen Wundschutzcreme gegen rote Stellen am Po
  • Fieberthermometer und Penaten-Creme als Gleitmittel (hilft auch bei ganz wundem Babypo)
  • Windeleimer mit gut schließendem, praktisch zu bedienendem Deckel
  • gemütliches Nachtlicht wie zum Beispiel eine Salzkristalllampe (stillen bei Festbeleuchtung macht viel zu wach und manche Babys fürchten sich phasenweise im Dunkeln)

Was man meiner Erfahrung nach nicht braucht, sind diverse Pflegeartikel (am besten noch parfümiert!), Shampoos und ähnlicher Schnickschnack. Bäuchlein-Öl und Dinkel-Wärmekissen sind da eine andere Sache. Die können das Mamaherz beruhigen, weil man ja helfen möchte – auch wenn meine Hebamme sagt: „Der Pups kommt, wenn er kommt.“

Was man nicht gleich, aber doch braucht:

  • 20 Spuckwindeln aus Mulltuch (kann man nie genug haben… stylische Muster sind hier eigentlich total unwichtig, machen das Milchreste-Wegwischen aber trotzdem hübscher)
  • Baby-Nagelschere (Nägel schneiden sollte man erst ab 6 Wochen, sonst können sich die noch sehr weichen Nägel spalten)
  • Stiefmütterchenkraut-Tee und/oder Mandelöl (für den Fall der Fälle gegen Milchschorf und/oder Neugeborenenakne)
  • Babybadewanne (oder ausreichend große Wäschewanne oder – mein persönlicher Favorit, weil er im Stand-by am wenigsten Platz wegnimmt – ein „Babydam“ zum Verkleinern der normalen Badewanne) und Badethermometer

Mandelöl eignet sich generell sehr gut für die Hautpflege: Zuerst habe ich mit Bübchen Milk gecremt und fand das auch sehr gut (typischer Babygeruch der Kindheit!). Heute habe ich mit dem überschüssigen Mandelöl gecremt, das ich noch an den Händen hatte… und siehe da: Die Haut ist viel zarter! Nach der Bübchen Milk war immer eine dünne, irgendwie „spannende“ Schicht auf der Haut zurückgeblieben. Ich werde also auf das Öl umsteigen.

Babys Kleiderschrank

  • 6 Oberteile (je nach Jahreszeit lang- und/oder kurzärmlig)
  • 6 Bodies (je nach Jahreszeit lang- und/oder kurzärmlig)

Da ich mich am Anfang nicht wirklich getraut habe, Fips Sachen über den Kopf zu ziehen, fand ich hier übrigens die jeweilige Wickel- bzw. Druckknopfvariante am besten.

  • 4 Strumpfhosen (für Herbst- bzw. Winterbabys; im Frühling reichen vermutlich 2 und im Sommer braucht man gar keine… meine Favoriten sind die Modelle von Sterntaler)
  • 4 Hosen (je nach Jahreszeit lang als Mitwachshose mit breitem Bund an Bauch und Beinen und/oder kurz)
  • 3 Schlafanzüge (je nach Jahreszeit lang- und/oder kurzärmlig und -beinig, am besten mit Druckknöpfen an beiden Beinen)
  • 3 Schlafsäcke (je nach Jahreszeit gefüttert oder ungefüttert, mein Favorit ist die seitlich zu öffnende Variante von Alvi)
  • für Herbst- und Winterbabys: 1 Overall für draußen (mein Favorit ist ein Wollwalkanzug… am besten eine Nummer zu groß und die überflüssigen Arm- und Beinlängen mit Gummibändern zusammenbinden: Das spart Handschuhe und Schühchen)
  • 3 Paar Socken oder gestrickte Schühchen (je nach Jahreszeit aus Baumwolle oder Wolle)
  • 1 vernünftige Mütze (was richtig passt, musst du vermutlich am lebenden Objekt ausprobieren… für uns war es eine warme Pudelmütze mit Ohrenklappen – die „Narrenkappe“ aus Baumwolle verdrehte sich ständig und dünne Mützchen ohne Schnur wurden runtergbrüllt)

Einteilige Strampler hatte ich auch einige, habe sie aber am Anfang nie angezogen – einfach zu kompliziert! Dasselbe galt für Latzhosen: so süß, aber irgendwie unpraktisch.

Generell zu meiden sind

  • sperrige Stoffe wie Denim oder steife Prints und großflächige Stickereien
  • Druckknöpfe auf dem Rücken (drücken sich bei Rückenlage teilweise schmerzhaft ein)
  •  Hosen mit weiten/ohne Beinbündchen (da sind die Socken schneller weg als du suchen kannst)
  • Reißverschlüsse vorn (drücken ins Kinn)
  • Kapuzenpullis oder -jacken, die nicht als Outdoorkleidung gedacht sind (… wozu?)
  • Kleidchen (rutschen hoch)
  • Synthetikmaterialien (ja, diese kleinen Eisbärenanzüge sind supersüß… und schaffen ein echtes Hitzestauklima)

Der Praxistest

Falls möglich, machst du vorm Großeinkauf am besten einen Praxistest mit einem Säugling aus dem Bekanntenkreis: Was du ihm anziehen kannst/magst, das wird auch für dein eigenes Baby gut machbar sein.

Kurzum: Hier kommt noch einmal meine finale Checkliste für die Erstausstattung 2.0! Enthalten sind alle Tipps aus diesem Beitrag sowie die Anschaffungen, an denen ich nichts zu meckern hatte (Wickelunterlage, Rotlichtlampe…).

Habe ich etwas vergessen? Oder ist auch meine Liste viel zu umfangreich? Ich bin gespannt auf deine Meinung!

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