Liebe. Trotz Zeiten der Babykacke.

Kinder stecken voller Streitpotenzial. Ob es die Übermüdung ist oder das Gefühl, emotional zu kurz zu kommen, Erziehungsfragen oder der gute alte „Ich geh arbeiten, du hast nur das Kind“ vs. „Ich muss hier alles allein machen“-Disput… wer sich noch nie gestritten hat, wird es spätestens dann tun, wenn ein Baby den Alltag auf den Kopf stellt.

Dann ist der Partner ein empathiefreier Vollidiot, der nur seinen eigenen Egoscheiß im Kopf hat, bzw. ist die Partnerin eine empfindliche Zicke, die sich wegen jeder Kleinigkeit aufführt wie eine Furie. Die gute Nachricht: Das darf man (wenigstens vor sich selber) ruhig zugeben. Und: Es geht vermutlich jedem frischgebackenen Elternpaar irgendwann so. Auch uns (gestern abend zum Beispiel), auch euch, die ihr das hier vielleicht gerade voller Babyvorfreude und Wir-halten-zusammen lest – oder euch, die nach einem Abend voller Vorwürfe vielleicht grad erst bei der Einlenk-Phase angekommen seid.

Aber es gibt noch eine weitere gute Nachricht – zumindest, wenn euer Partner nicht tatsächlich ein empathieloser Vollidiot oder eine empfindliche Zicke ist, bei denen man nur wegen des dicken Bauches hängengeblieben ist. Denn wenn nicht ausschließlich die muskulösen Oberarme oder ein sexy Dekolleté der Grund für den Akt der Babyproduktion waren (anders gesagt: Sexualhormone euch damals den Kopf verdreht haben), dann gibt es ja gute Gründe, die für den anderen sprechen.

Gründe, die lange (oder kurz) vor dem dicken Bauch da waren und die auch jetzt, mitten im Streit, immer noch vorhanden sind. Gründe, die jeden Streit am Ende zum Kompromiss oder wenigstens zum Gespräch werden lassen können. Denn reden hilft tatsächlich. Unterdrückte Gedanken wie „Wenn ich von der Arbeit komme, wartet der ganze Haushalt auf mich und du liegst nur mit dem Kind auf dem Sofa“ oder „Du streichelst nur noch das Baby und wir umarmen uns gar nicht mehr“ müssen ausgesprochen werden – und man staunt, wie gut man sich danach fühlt. Gerade, wenn es irrational anmutender Mist ist. Denn ein Körnchen Wahrheit steckt meistens drin, und mit dem kann man arbeiten.

Aneinander arbeiten. Um als Familie zusammenzuwachsen und glücklich zu sein. Denn das ist ja alles, was man eigentlich will: glücklich sein. Aber wie im normalen Leben und wie in einer Partnerschaft zu zweit, hat das Leben auch für Familien nicht nur Happy-Hippo-Days im Angebot. Es gibt immer ein Rauf und oft auch wieder ein Runter. Das Runter hat man nicht immer in der Hand, aber am Rauf kann man arbeiten.

Deswegen denke ich in letzter Zeit oft an das Riesenrad, unter dem ich vor anderthalb Jahren JA gesagt habe. Denn ich will mit dir glücklich sein… nicht nur, weil du der Fipspapa bist, sondern weil du mein Mann bist und wir zusammengehören. With something old, something new, something borrowed, something blue and a happy baby in our shoe.

Und mir fiel dieser Text ein, den ich damals für meinen Autorenblog geschrieben habe. „Liebe. Trotz Zeiten der Cholera“ hieß er damals, denn die hatten wir hinter uns.  Und er gilt immer noch – anders, aber trotzdem. Mit oder ohne Kind:

Meiner Generation wird nachgesagt, dass wir gern hinschmeißen. Am liebsten bei Beziehungen: wenn die Glückshormone des Frischverliebtseins nachlassen oder wenn es das erste Mal schwierig wird.

Meine persönliche Theorie ist, dass Hollywood uns die Vorstellung von 100%iger Partner-Perfektion rund um die Uhr eingetrichtert hat. Dabei wird uns abseits von Schönheitsidealen selbstfindermäßig vermittelt, dass wir selbst durchaus wir selbst sein dürfen und ruhig auch mal schrullig. Individuell eben – auch das ist ein Hollywoodthema. Was sich aber nicht geändert hat, ist die Vorstellung, dass Mr. Right perfekt sein muss. Im Gegenteil: Ein Partner muss so ideal sein, dass er die eigene Nicht-Perfektion ausgleicht.

In der Frühphase kommt das oft sogar hin. Im hormonellen Überschwang reiben sich Ecken und Kanten glatt – und wo sie nicht glatt sind, sind sie immerhin spannend und aufregend und machen den anderen zu etwas ganz Besonderem. Bei Hollywood fällt an dieser Stelle der Vorhang. Happy End, wo eigentlich erst alles anfängt.

–> hier klicken & Originaltext weiterlesen

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