Natürliche „Geburtshelfer“ Teil 2 – Akupunktur

In Teil 1 der „Geburtshelfer“-Serie habe ich euch Himbeerblättertee, Dammmassageöl und die Auswirkungen von Zucker auf die Geburtsvorbereitungsvorgänge im/am Körper vorgestellt. Doch auf meiner Liste stand noch etwas anderes, nämlich Akupunktur. Diese wird nicht nur zur Geburtseinleitung eingesetzt, sondern vorher auch zur Linderung von Schwangerschaftsbeschwerden wie

  • Schwangerschaftserbrechen
  • Schmerzen unterschiedlichster Art (z.B. Migräne, Rückenschmerzen)
  • Angst, Unruhe, Schlafstörungen, Depression
  • schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • Fehllagen des Kindes
  • vorzeitige Wehentätigkeit

und wird in der Regel von der Hebamme zuhause durchgeführt. Unter der Geburt angewendet, kann Akupunktur außerdem Folgendes bewirken:

  • Schmerzbekämpfung
  • mögliche Geburtserleichterung
  • generelle Entspannung

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Bei der Geburt gehört es nicht zu den Leistungen des von mir gewählten Krankenhauses und auch als schwangerschaftsbegleitende Therapie hatte ich es noch nicht ausprobiert. Stattdessen wollte ich es gern für eine Geburtseinleitung nutzen (denn irgendwann wird man tatsächlich ungeduldig und nutzt vom Hoppeln auf dem Pezziball bis zur Tanzeinlage einfach alles, was den großen Tag näherbringen könnte).

Studien wollen sogar beweisen, dass Akupunktur die Phase der Geburtseinleitung verkürzt. „Papperlapapp„, sagt meine Hebamme dazu: Woher solle man wissen, wie lange die Geburt ohne diese Art der Vorbereitung gedauert hätte? Stimmt. Außerdem gilt das Motto: „Was reif ist, kommt leichter vom Baum“ – alles andere bleibt einfach, wo es ist. Generell und nach Erfahrung meiner Hebamme bewegt sich hier dennoch meist etwas zwischen der 3. und 5. Akupunktursitzung. Mal sehen, wie es bei mir ist… ob Fips sich mit ein paar Pieksern locken lässt? Hier kommt also der (fortlaufende) Bericht meiner Akupunkturerfahrungen.

So „funktioniert“ es

Genadelt (… was für ein ekelhaftes Wort für mich Anti-Pieks-Freak) wurde bei mir in der 39. SSW, über 20 Minuten und zwar an folgenden Körperstellen:

  • der kleine Zeh = (wie auch beim Moxen) zuständig für die Gebärmutter und kontraktions- d.h. wehenfördernd
  • Innenknöchel
  • Wade = hier wurden 2 Nadeln (1x unterhalb des Knies, 1x an der oberen Wade) gesetzt und wenn ich mich erinnere, war eine davon auch für die Angsttherapie zuständig
  • zwischen Daumen und Zeigefinger = zuständig für den Dickdarm (bringt Bewegung in den Vagusnerv) und Schmerzkontrolle (soll man auch während der Geburt beim Handhalten mit dem Partner wechselseitig stimulieren)

Meine erste Akupunktursitzung

Zugegeben, ich konnte nicht hinschauen und musste mich auch zwingen, nicht darüber nachzudenken, was da gerade mit meinem Körper angestellt wurde. Aber so ist es eben: Tätowieren macht mir absolut nichts aus, aber alles „Spritzenartige“ ist mir hochgradig suspekt. Nichtsdestotrotz habe ich mich tapferzurückgelehnt und brav stillgehalten. Das Einstechen hat auch nicht wehgetan und danach war es ebenfalls eigentlich nicht unangenehm (okay, angenehm ist auch etwas anderes – aber wenn ich das Kopfdrama abziehe, war da wirklich nichts Dramatisches dabei).

Wenige Minuten, nachdem die Nadeln saßen, ging in meinem Bauch die Party los: Das Baby bewegte sich wie wild: Auf der Rückenseite „pulsierten“ ständig kleine Bewegungen und auf der Strampelseite war ebenfalls ordentlich was los. Es machte den Eindruck als würde Fips eilig die Koffer packen und noch schnell den Dachboden entrümpeln.

So blieb es während der Akupunktur und auch danach ließ die Bewegung nicht nach: Innerhalb der nächsten anderthalb Stunden sackte der Bauch ein weiteres Stück ab. Außerdem nahm die Frequenz der Übungswehen zu und es zog erstmalig von oben nach unten. Wie von der Hebamme vorausgesagt, wurde ich im Gegensatz zum Baby außerdem sehr müde. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass sich im Bauch viel verändert und auf den Weg gemacht hat – jedenfalls hätte ich nie gedacht, dass ein paar Nadeln an weit entfernten Körperstellen einen so durchschlagenden Effekt auf meinen Bauchbewohner haben könnten!

#regenwetter im #oktober: Was könnte man Schöneres vorhaben als den ersten Termin zur #akupunktur?! Mit 6 Nadeln wurde ich von der #hebamme in Zehen, Fuß, Wade und Hand gepiekst 😨😮 Fips hat es jedenfalls ordentlich zum Tanzen gebracht (und gerade wird der Schluckauf des Jahrhunderts gehickst). Mittwoch und Freitag sind die nächsten Termine und meist tut sich etwas zwischen der dritten und fünften Akupunktursitzung. Sagt die Hebamme. Also nächste Woche, wenn der #bauchbewohner möchte ☺ . Außerdem wurde nochmal getastet: Fips ist weiterhin zart und deswegen auch noch nicht mit dem Kopf im becken: Muss er auch nicht, weil einfach noch ordentlich Platz im Bauch ist. Kurz: alles prima. Es bleibt spannend!! . . . #baby #mamablogger_de #wehen #senkwehen #übungswehen #geburt #geburtsvorbereitung #babylove #herbstmood #oktoberbaby #oktobermama #cute_pregnancy #kugelbauch

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Zwei Tage später: Die zweite Akupunktursitzung

Ich bin vor der zweiten Sitzung ziemlich aufgeregt, denn schon die erste Session hat unerwartet starke Wirkungen gezeigt. Heute sollte statt des rechten das linke Bein dran sein, aber nachdem meine Hebamme von den Effekten hörte (und den abgesenkten Bauch sah), blieben wir doch bei links.

Heute war Fips während der ganzen Sitzung ziemlich ruhig. Einmal schoss der Fuß raus, aber ansonsten war eher Abwartehaltung angesagt. Auch danach war erst mal Ruhe im Bauch – allerdings verwandelte der sich von einer runden Kugel in den langsamsten Fahrstuhl der Welt und sackte weiter ab. Fips liegt also gut zwei Stunden nach der Anwendung deutlich komprimierter und unternimmt auch wieder die ersten Ausflüge (gern Richtung Ausgang). Und es zieht teilweise recht gut. Doch auch die Tatsache, dass gleichzeitig ein Vollmond stattfand, juckte meinen Bauchbewohner nicht weiter: Es scheint einfach zu gemütlich bei Mama. Mal sehen, was der dritte Termin in zwei Tagen bringt!

Wieder zwei Tage später: Sitzung Nr. 3

Diesmal bescherte uns eine Handyverwechslung einer extrem kurze Sitzung von insgesamt nur 10 Minuten – also genau der Zeitrahmen, den die Hebamme sonst zum Nadeln unter der Geburt verwendet, „damit die Klappe umgehend aufgeht“. Tja. Fips hopste zwar bei dem ein oder anderen Pieks mit, aber passiert ist bisher nichts Neues: Der Bauch senkt sich weiter enorm, ein-zwei Mal zog es innerlich (könnte das der Muttermund sein?) und möglicherweise steigt auch die Wehenfrequenz. Da hier aber alles schmerzfrei abgeht, halte ich das immer noch für Übungsmaßnahmen. Mal schauen, was der Frauenarzt beim nächsten Termin sagt!

In drei Tagen ist nun unsere nächste Sitzung. Ich habe Hopsen auf dem Pezziball und zügige Spaziergänge ins Programm aufgenommen, was auch beides eine Art Wirkung zeigt. Diese würde ich nicht unbedingt als „Wehen“ bezeichnen (es drückt nicht genug), aber nun ja. Inzwischen bin ich wieder bereit, Fips das Ruder zu überlassen: Wer nicht will, der weiß schon, wieso nicht.

Noch ’ne Runde: Die Folgesitzungen

Vor dem dritten Termin schiebe ich ganzen Tag einen gefühlt minikleinen, kompakten Fußballbauch vor mir her. Die Hebamme ist sehr zufrieden und erklärt, dass das Ziehen im unteren Rücken und Unterbauch bzw. kreuz und quer ein munteres Wehen sei. Oh! Das hätte ich mir irgendwie krasser und vor allem klarer definiert vorgestellt! Ja, der Bauch ist wohl manchmal hart… aber wann ist das bei so einer ohnehin festen Trommel eindeutig festzustellen? Ich hab es noch nicht rausgefunden. Bis zum offiziellen ET und meinem letzten Frauenarzt-CTG sind es noch zwei Tage. Aber wenn das so läuft, ja Mensch! Dann läuft es jetzt wohl!

… dachte ich so. Inzwischen bekomme ich seit 14 Tagen Akupunktur und bin 4 Tage „überfällig“. Ein paar Wehen mit Druck nach unten und echtem Ziehen sind entstanden, ansonsten kommt eben nur das vom Baum, was wirklich reif ist. Sprich: Fips lässt weiter auf sich warten. Nadel ahoi!

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