Traumgeburt? Anmeldung in der Klinik

Je nach Wohnort (knallvolles Berlin oder entspanntes JanzWeitDraußen) sollte man sich etwa in der 32. SSW sein Wunschkrankenhaus aussuchen: Die meisten Kliniken bieten dafür Kreißsaalbesichtigungen an, bei denen man sich schon mal mit den Örtlichkeiten und auch schon ein wenig mit der dort herrschende Geburtsphilosophie vertraut machen kann.

Hat man sich entschieden, steht dann etwa fünf Wochen vor dem errechneten Geburtstermin das Vorgespräch an: Hier wird der für die Aufnahme nötige Papierkram so weit ausgefüllt, dass der Papa vor der Geburt nur noch mit der Krankenkassenkarte der werdenden Mutter in die Anmeldung flitzen muss. Dafür braucht man – natürlich! – den Mutterpass und die Überweisung vom Frauenarzt.

Dazu erfolgt eine Anamese zur Schwangerschaft und dem generellen Gesundheitszustand samt Vorgeschichte.

Sind wir hier bei „Wünsch dir was“?

Ja, ein bisschen schon… schließlich ist eine Geburt ein einzigartiges Ereignis und es ist wichtig, dass sich besonders die werdende Mutter während des gesamten Vorgangs entspannt und geborgen fühlt.

Termin zur Geburtsanmeldung in der Frauenklinik ist somit auch erledigt 😊👌🏻 Aber was zur Hölle sollen diese Tonnen an Papierkram😱🙄🙈 Zusätzlich zum Antrag für Kindergeld, Elterngeld, Krankenkasse, Mutterschaftsgeld, der Meldung beim Standesamt, Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung beim Jugendamt, Einverständnis für die eventuelle PDA und der Einverständnis zur Spende von Nabelschnurblut kamen heute im Krankenhaus noch die Anmeldung zum stationären Aufenthalt, Einverständnis zur Zuzahlung im Krankenhaus, Einverständnis auf ggf. Einzelzimmer mit 2 Unterschriften , ein Anamnesebogen und ein MRSA Fragebogen dazu 😅 … ist doch bitte nicht mehr normal! … Kinder machen und bekommen ist am Ende noch einfacher als sich durch diesen Berg Bürokram zu wühlen! #bürokram#papierkrieg#klinikanmeldung#ssw33#8weekstogo#septemberbaby #mommytobe

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Daher ist das Klinikgespräch dies für werdende Eltern auch die Gelegenheit, noch einmal Fragen zur Geburt zu stellen und möglicherweise vorhandene Wünsche zu äußern. Manches wird sicher gern erfüllt werden (zum Beispiel der Einlauf bei der Ankunft), bei anderem hat jede Klinik ihren eigenen Standpunkt (zum Beispiel Homöopathie oder Dammschnitt). Also sollte man am besten im Vorfeld alles ansprechen. Auf der jeweils individuellen Frage- und Wunschliste können dabei u.a. folgende Dinge stehen:

Fragen & Wünsche zur Geburt

  • Wieviele Kreißsäle gibt es und wieviele Geburten finden durchschnittlich gleichzeitig statt?
  • Ist es möglich, dass Schwangere abgewiesen werden? Wohin muss man dann gehen?
  • Gibt es einen Kinderarzt bzw. eine Kinderstation vor Ort?
  • Wer ist bei der Geburt anwesend?
  • Ab welcher SSW führt das Krankenhaus Geburten durch?
  • Ab wann (Blasensprung, Wehenfrequenz) soll man ins Krankenhaus kommen bzw. wird auch dort aufgenommen?
  • Wie viele Schwangere werden gleichzeitig von einer Hebamme betreut?
  • Wie ist der „normale“ Ablauf einer natürlichen Geburt in diesem Krankenhaus?
  • Kann man einen Geburtsplan einreichen?
  • Muss ich mein eigenes Stillkissen mitbringen?
  • Gibt es einen Einlauf bei der Ankunft?
  • Welche Geburtspositionen (Bett, Gebärhocker, Gebärwanne, Pezziball, Deckenseil) stehen zur Verfügung und können diese frei gewählt werden?
  • Werden alternative Methoden wie HypnoBirthing, Homöopathie, Dammmassage etc. unterstützt?
  • Welche Schmerzmittel bzw. entkrampfende Mittel stehen zur Verfügung und können diese frei gewählt werden?
  • Wird standardmäßig ein Zugang für die Medikamentengabe gelegt?
  • Werden die Wehen ab einem gewissen Zeitpunkt eingeleitet? Wie viel Zeit darf zwischen Blasensprung und Einleitung vergehen?
  • Werden die Wehen bei Geburtsstillstand unterstützt? Wann gilt eine Unterbrechung als „Stillstand“?
  • Wie wird das CTG eingesetzt (dauerhaft, kabellos etc.)?
  • Wie ist die Haltung zum Dammschnitt (obligatorisch, nur wenn unvermeidbar, Ölkompressen, reißen etc.)?
  • Kann während der Geburt gegessen, sich frei bewegt und/oder eigene Musik aufgelegt werden?
  • Was geschieht, wenn ein Kaiserschnitt nötig wird?
  • Kann der Vater bei der Mutter/beim Baby bleiben, falls ein Notfall eintritt?

Fragen & Wünsche für die unmittelbare Zeit nach der Geburt

  • Wann bekommt das Baby Hautkontakt? Wie lange?
  • Gibt es die Möglichkeit für Eltern und Kind, sich nach der Geburt in einem geschützten Raum kennenzulernen? Wie lange?
  • Kann die Plazenta natürlich austreten oder wird dieser Vorgang medizinisch unterstützt?
  • Gibt es die Möglichkeit, die Nabelschnur für einen sanfteren Übergang auspulsieren zu lassen?
  • Ab wann kann gestillt werden?
  • Wer badet das Baby zum ersten Mal?
  • Wo wird das Baby gebadet und gemessen?
  • Werden Hand- und Fußabdrücke (Gips oder Farbe) zur Erinnerung genommen?
  • Bekommt das Baby das obligatorische Vitamin K oral oder injiziert?
  • Ist ggf. auch die holländische Methode der homöopathischen Vitamin-K-Tropfengabe möglich?
  • Bekommt das Baby vom Krankenhaus aus einen Schnuller?

Fragen & Wünsche zum Wochenbett

  • Können Familienzimmer gebucht werden? Was kostet es?
  • Wie sieht die Belegung der normalen Zimmer aus?
  • Findet Rooming-In statt d.h. befindet sich das Baby im komplikationsfreien Normalfall auf dem Zimmer der Mutter?
  • Gibt es einen hauseigenen Fotografen, der in den ersten Tagen Bilder vom Kind und der neuen Familie machen kann?
  • Können auch schon im Krankenhaus Stoffwindeln und/oder eigene Babykleidung getragen werden?
  • Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
  • Wo finden die ersten Untersuchungen des Babys statt?
  • Wer unterstützt bei Problemen (Wochenbettdepression, Überforderung, Stillprobleme etc.)?

Wie gesagt: Der Fragenkatalog ist lang. Je nachdem, wie man sich seine eigene Geburt wünscht, kann man sich hier die passende Punkte heraussuchen. Damit das einfacher wird, habe ich die Checkliste für das Klinikgespräch hier noch einmal als PDF zum Download bereitgestellt.

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