„Nicht nur gucken, sondern anfassen!“ Insta-Papa @berlindaddy über Geburt, Schwangerschaft und Parenting

Auf Instagram tummeln sich tausende Mamas – aber auch der ein oder andere stolze Papa. Ich war neugierig, wie sie ihre Rolle im Familiengefüge wahrnehmen, wie sie die Geburt ihrer Kinder erlebt haben und was sie für werdende Papas an Tipps auf Lager haben. Netterweise hat mir Christian aus Berlin aka @berlindaddy all diese Fragen (und noch ein paar mehr) beantwortet!

Stell dich doch einmal kurz vor: Wer bist du, was machst du und wie kam es zu deinem Insta-Daddy-Profil?

Ich bin Christian, Unternehmer aus Berlin-Mitte, 41 Jahre jung, verheiratet mit Christina – und seit dem 6. Februar 2017 außerdem Vater des kleinen Julian.

Auf Instagram bin ich seit dem 17. August 2016. An diesem Tag haben wir nämlich unseren Freunden erzählt, dass wir – wie es so schön und richtig heißt – in freudiger Erwartung sind. Und weil wir das mit einem Bild gemacht haben, dachte ich mir: So eine Art digitales Schwangerschafts-Tagebuch wäre doch eine coole Sache, um die ganzen Eindrücke festzuhalten! Für uns, für Familie und Freunde, aber vor allem für Julian… damit er später mal sieht, wie sehr wir uns vom ersten Moment an auf ihn gefreut haben.

Happy Birthday to me 🎂 Heute vor einem Jahr hat #Berlindaddy das Licht der #Instaworld entdeckt 🖖🏻 Und mit diesem Bild haben wir der Welt mitgeteilt: #Babyonboard 🤓👩🏼👶🏻 Seit wir damals in der #SSW15 mit Büchern und Fressalien auf dem Bett saßen, ist viel passiert 😀🤡😚😌😗😮🤤🤧😝😡 Aufregung, Besorgnis, Chaos, Dankbarkeit, Euphorie, Freude, Glück, Hoffnung, Inspiration, Jammern, Kraft, Lachen, Müdigkeit, Neugier, Ohnmacht, Phantasie, Quatsch, Ruhe, Stolz, Träumerei, Unsicherheit, Verantwortung, Wunder, Zauber 😎🤑😉😌😇🤣🤒🤢😋 Hier auf Insta haben wir ein paar Eindrücke aus dieser wahnsinnig intensiven Zeit festgehalten – eine Art bebildertes Tagebuch 2.0 📓📸 Für uns, vor allem aber für #LittleJ, damit er irgendwann mal sieht, wie sehr wir uns von Anfang an auf ihn gefreut haben 🤗Und jetzt dürfen wir unser #Glück mit über 1️⃣1️⃣1️⃣1️⃣1️⃣ Followern teilen 👪 Ich hätte nie gedacht, dass wir hier so viele tolle Menschen kennenlernen, so bewegende Geschichten und Schicksale miterleben, so gute Tipps und Inspirationen bekommen würden… und dass ein virtuelles Ding sich so real anfühlen und so viel echten Spaß kann ❤️💙 Dafür einfach mal: DANKE, liebe #Instafamily 🙏🏼

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Warst du bei der Geburt deines Kindes dabei? Wie hast du die Geburt als auch den Zustand deiner Frau dabei erlebt?

Ja, ich war dabei. Und eigentlich bin ich ja nie um einen guten Spruch verlegen. Aber Julians Geburt war so eine intensive Erfahrung, dass mir die Worte fehlen. Ich bewundere alle Papas (und die Mamas sowieso), die ihre Gefühle während der Geburt ausdrücken können. Ich kriege das nicht wirklich hin und deshalb gibt es keinen Geburtsbericht. Nur einen Brief an Julian, in dem ich ihm von unserem ersten Tag erzähle – aber der ist wirklich nur für ihn bestimmt.

Was würdest du werdenden Vätern sagen, die bei aller Vorfreude auch ein wenig Angst vor diesem großen Tag haben?

Die Angst gehört dazu. Genauso wie Besorgnis, Chaos, Dankbarkeit, Euphorie, Freude, Glück, Hoffnung, Inspiration, Jammern, Kraft, Lachen, Müdigkeit, Neugier, Ohnmacht, Phantasie, Quatsch, Ruhe, Stolz, Träumerei, Unsicherheit, Verantwortung, Wunder, Zauber. Eine Gefühls-Achterbahn von A bis Z und das einzige, was ich anderen Vätern dazu sagen kann: Lasst euch drauf ein!

Wie hast du während der Schwangerschaft Kontakt zu eurem Kind aufgenommen? Wie wichtig war das für dich?

Es gab natürlich visuellen und akustischen Kontakt, sprich: Ich habe versucht, bei jedem Ultraschall- und CTG-Termin dabei zu sein. Mitkriegen, wie da im Laufe der Monate aus einem winzigen Punkt ein Menschlein wird mit Kopf, Armen, Beinen und allem, was sonst so dazugehört – das sollte man(n) sich nicht entgehen lassen. Und dann diese glückliche Erleichterung, wenn der Frauenarzt sagt, dass alles okay ist!

Aber anders als bei Schalke und der Meisterschale heißt es ja in der Schwangerschaft: Nicht nur gucken, sondern anfassen. Ein Höhepunkt der Schwangerschaft war deshalb der Moment, wo ich zum ersten Mal von außen gespürt habe, wie Julian gegen seine Bauchwohnung tritt. Das war übrigens, nachdem ich ihm „Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt ’ne kleine Wanze“ vorgesungen habe – ein Lied, mit dem wir ihn in seinen ersten Lebenswochen witzigerweise toll beruhigen konnten.

Hast du ein paar gute Tipps für werdende Mütter, wie sie ihre Partner in dieser Zeit einbeziehen können?

Was ich sehr gerne – und fast jeden Tag – gemacht habe: Bauch eincremen. Es wird ja viel darüber diskutiert, ob das wirklich hilft gegen die berüchtigten Streifen. Aber abgesehen davon, dass Christina davon verschont geblieben ist – Eincremen schafft Nähe zu Mama und Kind. Und dabei dann das Liedchen von der Wanze singen…

Ansonsten kann ich nur immer wieder sagen: Fotos machen. Nicht nur wegen der Erinnerung an eine aufregende Zeit. Gemeinsam den Bauch bemalen oder irgendwie in Szene setzen, das macht einfach Spaß. Und wenn Mama und Papa zusammen lachen, kann das für den kleinen Bauchbewohner nur gut sein.

Was sagst du zum Thema „I don’t babysit, I parent“?

Ich musste erstmal Google fragen – dass das ein „Thema“ ist, war mir gar nicht bewusst. Aber Babysitter sind austauschbar, ein guter Papa nicht. Also: I parent!

Euer Sohn ist jetzt ein gutes halbes alt: Was kann man tun, um in diesen Monaten (und darüber hinaus) nicht nur Eltern zu sein, sondern auch Paar zu bleiben?

Gegenfrage: Muss man das Leben als Eltern vom Leben als Paar abgrenzen? Ich glaube nicht. Denn wenn wir etwas mit Julian unternehmen, mit ihm spielen oder ihm einfach nur zuschauen, sind wir ja nicht nur Eltern, sondern auch Paar – der kleine Mann ist schließlich das ultimative Produkt unserer Liebe.

Davon abgesehen, sollte man möglichst viel von dem, was man „früher“ gerne gemacht hat, auch nach der Geburt tun – auch wenn’s vielleicht nicht mehr so oft geht. Wir sind zum Beispiel immer gerne ausgegangen. Da können wir jetzt selbstredend nicht mehr spontan sein, sondern sind auf die Omas (die leider weiter weg wohnen) oder einen Babysitter angewiesen. Umso mehr genießen wir unsere „Date Nights“.

Aber auch daheim: Julian geht um 19.00 Uhr ins Bett – da bleibt doch einiges an Zeit zu zweit, die wir jetzt vielleicht bewusster erleben als früher.

Ist zwar kein Donnerstag, trotzdem ein #Throwback 🔙 #Familienfoto aus dem #Urlaub, garniert mit einer doppelten Portion Wehmut 😢😢 Denn erstens sind Mallorca, Sonne und Pool schon wieder sooo weit weg 🇪🇸🏝⛱☀️ Und zweitens verbringen wir dieses #Wochenende nicht zusammen ☹️ Ich muss mal ein paar Sonderschichten am Schreibtisch einlegen 🤓🔜⌨️🖱🖥 Christina und #LittleJ juckeln derweil mit der Bahn zu Oma, Opa, Tante und Onkel nach Thüringen 👩🏼👶🏻 🚂🔜👴🏼👵🏼👱🏼‍♀️👱🏻 Drei Tage ohne meine #Familie. Komisches Gefühl, alles so leer und öde 🙃 Aber zum Glück kommt das ja nur ganz selten vor und ich freu' mich schon auf Montag, wenn wieder zusammen ist, was zusammen gehört 🤓👩🏼👶🏻❤️ Und wer weiß, vielleicht bringt Julian ja ein kleines Souvenir mit: Man sieht zwar nix, aber wir haben (mal wieder) das Gefühl, dass der erste Zahn sich durchbohrt 🤤 Immerhin, ein paar Highlights gibt's für mich auch – die Fotos und Videos, die meine beiden Lieben mir schicken 📹📷 Und zum Glück gibt's ja auch noch Facetime📱Wie sieht Euer #Weekend denn so aus? 🖐🏻

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Last but not least: Was war dein schönster Moment in den letzten 9 + 7 Monaten?

Der Moment, als Julian im Krankenhaus zum allerersten Mal seine Äuglein aufgemacht hat, hatte schon etwas Magisches – auch weil ich zufällig (oder schicksalhaft) gerade die iPhone-Cam an hatte. Aber eigentlich gibt es auf dieser Gefühls-Achterbahn so viele Augenblicke, dass es unmöglich ist, den einen Super-Moment zu küren. Eltern werden und sein ist ein Gesamtkunstwerk!

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