9 Dinge, die ich im ersten Trimester hätte wissen sollen

Wenn ich jetzt meine ersten Beiträge so durchlese, muss ich ein wenig über mich selbst schmunzeln. Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist alles so neu, so unbekannt, und man selbst so durch den Wind! In der mittlerweile 30. SSW betrachte ich manche Dinge ganz anders und vor allem entspannter. Deswegen: Hallo, mein 6. SSW-Ich, ich würde dir gern ein paar Dinge sagen!

1. Du wirst deinen Körper wiederbekommen.

Plötzlich ist einem der eigene Körper fremd: Übelkeit, Kreislaufprobleme, Erbrechen, ein komischer Appetit (auf Dinge, die man nie mochte – dafür schmecken die Lieblingsgerichte nicht mehr), Schmerzen, wo nie welche waren, Spannungefühle, Gereiztheit… ja. Gerade am Anfang einer Schwangerschaft ist man manchmal völlig verwirrt. Für mich war das Seltsamste, die Bauchmuskeln nicht mehr anspannen zu können. Mein Stabilisator, mein Zentrum, meine mittlere Kraft – futsch! Das alles ist neu, ungewohnt und schon deswegen oft unangenehm. Aber zum einen geht es vorbei – spätestens in 9 Monaten ist man wieder Herrin im eigenen Haus – und zum anderen kann man manches sogar genießen lernen. Dazu gehört sicher nicht die Übelkeit, aber mit lockeren Bauchmuskeln lässt es sich entspannter leben als man dachte.

2. Ja, zuerst kommt der Hüftspeck. Aber das ist okay!

Wo ist er denn nun, der hübsche Babybauch?! Die ersten Monate ist ja meist gar nichts zu sehen – und wenn, dann ist da keine hübsche Kugel, sondern höchstens ein überdimensionaler Busen und eine Taille, die diese Bezeichnung immer weniger verdient. Hatte man sich das so vorgestellt? Sicher nicht. Aber der Bauch kommt noch! Und dann wird nicht nur im eigenen Spiegel, sondern auch für andere deutlich, dass man nicht bloß ein paar Faulheitspfunde zugelegt hat.

3. Du brauchst noch keine Umstandsmode kaufen. Aber du darfst!

Du musst jetzt nicht shoppen gehen: Oft passen die gewohnten Klamotten noch bis in den vierten oder fünften Monat. Unbequem werden enge Hosen- oder Rockbünde, aber hier kann man mit Großmutters Zopfgummitrick (Zopfgummi als Schleife am Knopfloch befestigen und den Knopf durch diese dehnbare Erweiterung friemeln) Abhilfe schaffen. T-Shirts und Pullis passen noch lange – sogar, wenn sie etwas enger sind. Denn im Gegensatz zu unserer Großelterngeneration sind stolze Bauchpräsentationen nicht nur erlaubt, sondern auch modisch möglich. Was vermutlich nicht mehr so richtig passen will, sind die gewohnten sexy Bügel-BHs: Hier lässt sich aber teilweise mit weichen Triangel-Bikinioberteilen helfen.

So viel zum müssen. Umstandsmode shoppen kann auch wunderbar sein, weil Shopping sowieso zu den Lieblingsbeschäftigungen gehört – oder weil es einfach gut tut, die eigene Schwangerschaft durch das demonstrative Betreten der Mama-Abteilung bestätigt zu fühlen. Dann nichts wie rein ins Shoppingvergnügen!

Ein kleiner Tipp: In der Regel kann man bei der gewohnten Konfektionsgröße bleiben. Doch um später nicht alles doppelt und dreifach kaufen zu müssen, empfiehlt es sich, auf dehnbare Stoffe (am besten Baumwollgemisch) und/oder genügend Bauchfreiheit zu achten. Und davon wird man reichlich brauchen! Bei Oberteilen ist es außerdem praktisch, auf eine Stillfunktion zu achten, sprich: Hier lassen sich gewickelte oder doppelte Stofflagen im Brustbereich hochklappen oder beiseiteschieben.

4. Du darfst auf deinen Körper hören.

Fünf Mal die Woche Sport, eine disziplinierte Ernährung und ausgefüllte Partynächte – und dann plötzlich nur noch Couchpotatoe? Kann vorkommen. Der gewohnte Leistungsdruck im Kopf treibt dann vielleicht zum Weitermachen an; schließlich will man keine dieser dicken, langweiligen Muttis werden! Doch was, wenn der Körper nein sagt? Hier gibt es keine Patentlösung. Denn dann sollte man dieses nein einfach akzeptieren: Vor allem im ersten Trimester fühlt man sich manchmal schwach und ausgelaugt. Aber es gibt eine gute Nachricht: Bei vielen Schwangeren kehrt die alte Power im zweiten Trimester wieder zurück! Und dann macht Bewegung plötzlich wieder Freude, das Anti-Übelkeitsessen weicht einer normalen Ernährung und man ist wieder man selbst. Also nicht ärgern, sondern einfach ausruhen und abwarten.

5. Ruhebedürfnis? Das hat nichts mit Faulheit zu tun.

Nein, man ist nicht krank – nur schwanger. Aber der Weg zur Arbeit wird jeden Tag Tag länger, man fühlt sich in normalen Situationen so überfordert, dass der Kopf zu platzen droht und abends ist man völlig ausgelaugt. Arbeitsthemen erscheinen nebensächlich, weil da im Bauch dieses kleine Wunder wächst und man kaum Zeit hat, dieses Wunder auch zu realisieren. Dazu Übelkeit, Unwohlsein und die ganze Palette? Der Wunsch nach bitte, bitte fünf Minuten Ruhe?

Wenn die Arbeitsbedingungen nun nicht sowieso ein Beschäftigungsverbot vorschreiben, dann ist jetzt der Zeitpunkt, mit der Frauenärztin oder dem Betriebsarzt über ein Beschäftigungsverbot zu sprechen. Denn das hat nichts, aber auch gar nichts mit Faulheit zu tun: Die neun Monate der Schwangerschaft sind einzigartig und man sollte das Recht haben, sie so zu genießen wie man möchte. Sicher gibt es Frauen, die glücklich und voller Power bis zum Mutterschutz ihrem Beruf nachgehen. Aber wenn der Wunsch nach Schlaf oder das Bedürfnis, einfach Zeit für eine Bindung zum Ungeborenen zu haben, deutlicher größer ist, dann sollte man meiner Meinung nach alles dafür tun, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Muss man 24/7 erbrechen oder Blutungen haben, um sich ausruhen zu dürfen? Ich sage nein. Wenn das Bedürfnis da ist, sollte man alles daransetzen, um ihm nachgeben zu dürfen – denn es hat (wie der plötzliche Heißhunger auf Tomaten oder die Abneigung gegen Kaffee) ganz bestimmt seinen Grund.

7. Du gewöhnst dich ans Berühren.

Wie oft wird man als normaler = unschwangerer Mensch am Bauch berührt? Po, Rücken, Nacken, Brust… das alles kriegt vermutlich deutlich mehr Liebe ab als nun gerade der Bauch. Dass der samt Inhalt nun plötzlich im Mittelpunkt steht (und auch gern mal ungebeten von Fremden berührt wird), ist erst mal sehr ungewohnt. Nicht nur für die Haut, sondern auch für den Kopf.

Aber daran gewöhnt man sich in dem Sinne, dass die Berührungen gewöhnlicher werden – alltäglicher. Das geschieht schon allein dadurch, dass man selbst vermutlich häufiger die Hand darauflegt, um das Wachstum zu fühlen oder Kontakt/Schutz für das Ungeborene zu vermitteln.

8. Manchmal muss man einfach weinen.

Ist es ein Film, der furchtbar traurig oder furchtbar schön endet? Ist es das Ende in einem Buch, das du eigentlich schon auswendig kannst, weil du es tausend Mal gelesen hast? Ist es der gerissene Schnürsenkel oder der Briefumschlag, der einfach nicht zukleben will? Ist es das Foto von der letzten Reise und die Frage, ob du jemals wieder frei um die Welt jetten wirst? Oder einfach nur so?

Warum man gerade in den ersten Wochen so oft heult wie ein Wasserfall, weiß man oft selbst nicht so genau. Manchmal gibt es Gründe – und manchmal brechen (eigene und fremde) Gefühle einfach nur ungeahnt heftig über einen herein. Oder man muss sich bei aller Aufregung, Panik und Verwirrung einfach mal Luft machen. Dann raus mit den Tränen! Das ist nicht schlimm und völlig normal. Manchmal tröstet schon das Wissen, dass hier Hormone am Werk sind. Und wusstest du, dass sich in der Tränenflüssigkeit Stoffe ablagern, die traurig machen? Ein Grund mehr, es einfach laufen zu lassen und den werdenden Papa oder Freunde schon mal daran zu gewöhnen, dass man manchmal einfach nur schweigend in den Arm genommen werden will.

9. Alles, alles wird gut.

Am Anfang kommt neben der Freude vermutlich auch eine Menge Panik: Was wird sich alles ändern? Schafft man das überhaupt? Wird alles gutgehen? Das und tausend andere Fragen gehen einem durch den Kopf. Und das ist normal. Und zwar nicht, weil man plötzlich alle Antworten weiß, sondern weil man sich an den neuen Zustand gewöhnt. Die Fragen stellen sich vermutlich weiterhin – aber man wird ruhiger, kann oft sogar Teilantworten finden und außerdem bildet die wachsende Vorfreude ein immer besseres Gegengewicht zu den Ängsten.

Mach dir keine Sorgen. Und bald wirst du die Zeit auch genießen, versprochen.

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