„Zum Glück regnet’s!“: Babyvorbereitungstage mit Mama

Diese Woche bin ich ganz schön platt: Gefühlte 100% Luftfeuchtigkeit bei 30 Grad und unruhige Nächte (Hitze, Straßenlärm und ein unkooperativer Kugelbauch) machen mir zu schaffen. Dabei konnte ich noch bis vor ein paar Wochen gar nicht verstehen, wenn andere Schwangere den Babybauch gleichzeitig liebten und (beinahe) verfluchten.

Tja, Mädels: Mittlerweile verstehe ich euch. All das Stupsen und Treten und Wachsen und Werden ist wunderschön! Aber schlaflose Nächte, die schlappe Müdigkeit der Tage, Rückenschmerzen und schwere Füße sind es eben nicht. Alles andere wäre gelogen, und u.a. aufgrund dieser Begleiterscheinungen ist auch mein Blog in letzter Zeit etwas kurz gekommen. Aber das soll jetzt wieder anders werden. Außerdem war ich auch in der Zwischenzeit nicht nur faul, oh nein!

Babytage in der Heimat

Letzte Woche war ich nämlich zuhause bei meinen Eltern und meine Mama hatte sich ein so schönes wie straffes Programm ausgedacht. Da wir uns aufgrund der Entfernung nicht sehr ständig sehen, konnten wir bisher nicht sehr viel gemeinsame Babyvorbereitungen treffen und das wollte jetzt alles nachgeholt werden. Zum Glück war das Wetter regnerisch und kühl, sonst hätte ich wohl zwischendurch häufiger schlappgemacht! Auf der Liste stand nämlich (neben dem Kleinen Fest im Großen Garten, dem Besuch alter Freunde und jeder Menge leckerem Essen) Folgendes:

  • Kauf einer KUMJA-Jackenerweiterung für meine Winterjacke
  • Passende Kleidung für meine Kliniktasche
  • Kauf eines „Fips-besucht-Oma-und-Opa“-Kinderbettes
  • Fertigstellung des selbstgemachten Häkeltier-Mobilés und der Baby-Chucks

Von meiner Begeisterung für KUMJA habe ich ja schon berichtet. Aber ich muss noch einmal betonen, wie schön es war, im MamaMotion-Laden in Hannoverschen Nordstadt mit Hingabe und Kompetenz beraten zu werden! Außer uns war noch ein frischgebackenes Elternpaar für den Kauf einer Babytrage dort, und die Verkäuferin hat sich nicht nur die Zeit genommen, um Tipps und Tricks weiterzugeben, sondern war auch noch die Ruhe und Freundlichkeit selbst. Also, wer in Hannover oder Hamburg wohnt und noch etwas aus dem Bereich „Tragen“ braucht, dem sei dieser Shop wirklich wärmstens empfohlen!

Dürfen Verkäufer lachen?

Ganz anders war es dagegen bei Baby-Walz in der Innenstadt. Während bei MamaMotion nämlich echtes Fachpersonal am Werk war, gab es hier nur Verkäuferinnen.*

*Bevor sich jemand diskriminiert fühlt: Ich habe selbst im Einzelhandel gelernt und bin als ausgebildete Buchhändlerin offiziell „Verkaufsassistentin“. Und während Aushilfspersonal in der Buchhandlung eben nur die Ecke für die Schwangerenratgeber zeigen kann, verfügen gelernte Buchhändler eben doch über ein gesundes Maß an Halbwissen in Sachen Ferbern, Hebammensprechstunde und Einschlafhilfen. Kurz: Man weiß, was man im Regal hat und warum – nicht nur, wo es steht.

Die Damen bei Baby-Walz waren weder motiviert, noch besonders informiert. Zum Glück hatte ich meine Mama dabei und gemeinsam wühlten wir uns durchs Bekleidungs-Sortiment, bis wir sowohl optisch tragbare als auch still- und krankenhaustaugliche Oberteile (von Boob, übrigens) fanden. Zugegeben, unsere Mission war einfach und von uns allein zu erledigen. Da ging es einer Kundin, die sich nach China-Töpfchen zum Abhalten erkundigte, anders: Sie wurde von der Verkäuferin mit dem Spruch: „Das halte ich ja für Quatsch!“ nämlich regelrecht ausgelacht. Okay, Windelfreiheit für Säuglinge mag ein Thema sein, an dem sich die Geister scheiden, aber da empörte sich mein Einzelhändler-Herz auch noch sieben Jahre nach dem Ende meiner Verkaufskarriere! Die eigene Meinung hat bei einer Beratung nämlich erst mal nichts zu suchen, wenn sie nicht hilfreich ist – und das sind Vorurteile selten. Also doch lieber ins kleine Fachgeschäft statt zum Babymonopolisten!

Second Hand is made with Love

Dieser Spruch bewahrheitete sich auch beim Kauf des Babybettes. Bei einem Spaziergang durch die Alfelder Innenstadt hatte meine Mama den Froschkönig-Second-Hand-Laden entdeckt. Und weil Second-Hand-Ware

  • qualitativ hochwertig
  • günstig
  • umwelt- und ressourcenschonend

ist, sollte hier Fips‘ Besuchsbett gekauft werden. Wir hatten auch Glück, denn es gab im ganzen Laden neben bergeweise Kinderkleidung, Babytragen, Kinderwagen und Spielzeug genau ein Kinderbettchen! Perfekt, denn mehr als eins wollten wir ja nicht, und die nette Verkäuferin bewahrte es gegen Anzahlung sogar auf, damit wir es mit dem Auto abholen konnten und nicht durch die Stadt schleppen mussten. Denn Alfeld ist zwar klein, aber mit Kugelbauch und Bettchen schwerbeladen ist es definitiv zu groß!

Mein altes Kinderzimmer ist nun also enkelbereit. Und liebe Mama, mach dir keine Sorgen, dass Fips dich über die nahe Berliner Verwandtschaft vergessen könnte! Da muss ich nur an meine Ostfriesen-Großeltern denken, die nicht mal meine „echten“ Großeltern waren: Nach dem ersten halben Lebensjahr und unserem Umzug habe ich sie nur ein paar Mal im Jahr gesehen und trotzdem habe ich die schönsten Erinnerungen an die Tage bei ihnen… und ich hoffe doch, dass Fips euch weitaus öfter begegnet!

Die fleissige Oma

Neben der generellen Entfernung Berlin-Hannover bedauert meine Mutter wohl besonders, dass sie bei der Babyvorbereitung nicht hautnah dabei sein kann (dabei sehen wir uns seit Beginn der Schwangerschaft glücklicherweise öfter als sonst). Umso schöner fand ich, dass wir letzte Woche so viel teilen und gemeinsam erledigen konnten. Und außerdem – Trommelwirbel! – hat meine Mama ganz tolle Sachen für Fips gehandarbeitet. Ich sage nur Baby-Chucks und Häkeltier-Mobilé! Dafür hat sie ihre eigene Blog-DIY-Kategorie „Oma strickt & häkelt“ wirklich verdient, denn ich habe so im Gefühl, dass da noch einiges kommt… Und ich habe es sehr genossen, diese wunderschönen Dinge gemeinsam mit ihr fertigzupusseln (ich durfte die Tiergesichter machen).

Eine nette Überraschung

In der Heimat halte ich ja immer Ausschau nach bekannten Gesichtern. Viele Kontakte aus der Schulzeit habe ich zwar nicht mehr, aber es könnte ja sein, dass man den ein oder anderen doch noch wiedersieht. Passiert eher selten, denn die meisten sind deutschland- bis weltweit verteilt. Doch diesmal wurde ich gesehen: Zuerst von einem ehemaligen Klassenkameraden, der in Alfeld einen Laden hat und mich beim Kinderbettgucken erwischte, und dann auch noch von seiner Frau, die auf einem Kunstmarkt im Nachbarort Selbstgenähtes verkaufte. Und surprise: Mrs. Chili Chicken war auch noch selbst schwanger! Kein Wunder, dass es da ein bisschen Redestoff gab und eine kleine Pumphose aus ihrem Sortiment musste natürlich auch noch mit.

Der Abschied

Nach einer Woche zuhause war mir ganz seltsam zumute. Die weiten Felder, der Wald, die vertrauten Wege… ich habe alles plötzlich ganz wehmütig mit einem anderen Blick angesehen. Als müsste ich mich verabschieden. Und beim Zusammensitzen mit den alten Freunden war es komisch zu wissen, dass es für lange Zeit das letzte Mal so sein würde. Denn beim nächsten Wiedersehen wird ein kleiner Fips dabei sein. Und dieser Gedanke war schön und erschreckend zugleich. Alles wird neu sein.

Tja, so war meine „faule“ Woche. Schön war es zuhause. Es war schön, noch ein letztes Mal „das Kind“ zu sein und so rundum verwöhnt zu werden, bevor die neue Zeitrechnung anfängt. Es war schön, in Regen und Ruhe noch einmal Kraft zu tanken für die nächsten Monate. Oh ja. Schön war es.

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