Kindsbewegungen: Wie fühlt sich das eigentlich an?

Diesen Beitrag schreibe ich, weil ich früher immer andere Mütter deswegen gelöchert habe und inzwischen selbst danach gefragt werden: Wie fühlt es sich an, wenn sich ein Baby im Bauch bewegt?

Eins kann ich jedenfalls vorab schon sagen: Nie-nie-niemals hätte ich geglaubt, dass ein Kugelbauch samt Bewohner so ein ausgeprägter Eigenleben besitzt. Ich dachte, ich würde hier und da Knüffe und Püffe spüren – aber es ist viel mehr. Teilweise werde ich innerlich richtig durchgeschüttelt! Sicher liegt das auch daran, dass ich keine Vorderwandplazenta habe, die das alles abdämpfen würde, aber der Körperteil, der eben nicht mehr (nur) mein Bauch ist, nimmt nicht nur räumlich immer mehr Präsenz an.

Wie Schmetterlinge im Bauch

Ab der 16. SSW hatte ich das Gefühl, dass irgendwas in meinem Inneren anders ist. Aktiver. Wirklich zu fühlen war natürlich nichts – immerhin wog Mini da gerade mal 100 Gramm. Aber wenn ich die Hand unter meinen Nabel legte, war da etwas. Ein sanft-flirrendes Kribbeln oder – wie ich neulich gelesen habe – wie Schmetterlinge im Bauch. Eine Art von kleiner Aufregung: unmerklich, aber trotzdem vorhanden.

Die Pupsblase oder Die ersten richtigen Tritte

Bei mir dauerte es vom ersten Kribbeln an noch locker vier Wochen bis zum ersten fühlbaren Kick. Und der war in der 20. SSW auch kein richtiger Tritt, sondern eher ein Gefühl als habe mich jemand mit dem Reißverschlussanhänger auf dem Bauch gekitzelt – nur, dass da eben weit und breit kein Anhänger war!

War das wirklich das Baby? Einerseits war ich mir sicher; andererseits hätte ich diese Annahme zu gern durch Wiederholung geprüft. Aber nix: Das Viertelpfund Fips in mir schlief, scheinbar völlig erschöpft und verausgabt, erstmal mehrere Tage durch und nichts regte sich. Bis zu meinem ersten (und letzten) Eiskaffee in diesem Sommer: Offenbar waren Hitze, Zucker und Koffein genau die richtige Mischung, so dass Fips stundenlang hopste, kugelte und dabei wiederholt fühlbar an die Bauchdecke stieß.

All das spielte sich unter dem Bauchnabel ab und war mit flacher Hand zu spüren. Zu sehen (oder für den Papa zu fühlen) war noch nichts. Und für mich war es oft, als würde sich eine Seifenblase – okay, oder ein Pups! – durch den Bauchraum bewegen. Im Gegensatz zum ersten flirrenden Kribbeln waren diese Lebenszeichen in ihrer Art aber eher „rund“. Und nach wie vor waren es meist einzelne und nur selten vermehrte Bewegungen, nach denen sich Fips auch jedes Mal erst wieder ausschlafen musste.

Purzelbaum, Trampolin & Ellenbogencheck

Tägliche Bewegungen gibt es bei mir etwa seit der 25. SSW. Und es ist faszinierend mitzuerleben, wie Fips schon jetzt zu lernen scheint: Es kommen immer wieder neue Bewegungen hinzu, die dann mit Hingabe ausprobiert und ins Repertoire aufgenommen werden. Springen auf dem Beckenboden etwa war eine Zeitlang der Hit – besonders beliebt mit gleichzeitigem Tritt auf die Blase -, kommt aber langsam wieder aus der Mode.

Eine Weile wurde sich außerdem ständig gedreht – zumindest hob und senkte sich mein Bauch für einen Moment massiv, als würde ein Köpfchen (oder ein Po) herumgewuchtet. Seit Neuestem werden nun besonders gern Ellenbogen oder Knie ausgefahren, was sich für mich anfühlt als würde jemand mit einem Hühnerbeinknochen von innen gegen die Bauchdecke pieksen.

Außerdem werden oft die Füße (oder Hände) zu einer Seite ausgestreckt und es wird dort damit gespielt – was sich anfühlt, als hätte jemand Ahoi-Brause an dieser Stelle ausgekippt: kribbel-krabbel, sprudel, prickel! Dazu kommt der Schluckauf: Man erkennt ihn an regelmäßigen Hopsbewegungen, die den ganzen Bauch schütteln – aber keine Sorge! Schädlich ist das nicht, es hat wohl eher mit dem Lungenfunktionstraining zu tun. Also kein Grund, das Baby zu erschrecken!

Insgesamt werden die Bewegungen inzwischen „eckiger“, vielfältiger und scheinbar zielgerichteter (etwa, wenn man die Handtasche auf dem Schoß und das Gefühl hat, Baby würde sie gewissenhaft durchsuchen).

Übrigens sind die Bewegungen nicht immer nur zu fühlen, sondern auch zu sehen: Wie ein Wackelpudding rappelt der ganze Bauch dann.

 

Während die ersten Bewegungen vor allem im Unterbauch stattfanden und sich Fips von dort aus langsam rechts und links des Bauchnabels ausbreitet, gab es heute morgen dann den ersten Rums Richtung Rippen. Dieser Beitrag wird also sicher noch ergänzt werden, je weiter das dritte Trimester fortschreitet!

Nachtrag 31. SSW: Die Bewegungen werden mehr und stärker. Wie es scheint, liegt Fips quer – Kopf rechts und Beine links oben (denn da, knapp unter den Rippen) gibt es die meisten Tritte, während es links unten eher still ist). Jeden Tag merke ich jetzt, dass es enger wird im Bauch und gleichzeitig werden die Tritte bzw. das Bewegen von Knien (vermutlich, denn da wandert oft eine Art „Kantenbeule“ über den Bauch) langsamer und koordinierter. Manchmal bebt der ganze Bauch aber auch wie ein Pudding. Am schönsten finde ich die sehr seltenen Momente, in den eine langsame Bewegung unter der halben Bauchdecke stattfindet: Denn während die einzelnen Stupser und Hopser sonst sehr schnell wieder vorbei sind, habe ich hier Zeit, Fips ein wenig länger zu spüren.

Nachtrag 32. SSW: Die Bewegungen scheinen sich zu zentrieren. Es wird weniger zur Seite und nach unten getreten, aber dafür findet um den Bauchnabel herum deutlich mehr statt. Auch Tritte Richtung Rippen kommen jetzt vor. Es scheint also, als würde Fips sich langsam in Kopf-über-Position begeben!

Nachtrag 35. SSW: Langsam werden die Bewegungen gezielter und langsamer. Statt zuckender Tritte (als bekäme das Baby einen elektrischer Schlag) wird jetzt eher gezielt der Fuß ausgestreckt (auch gern einer auf der rechten und einer auf der linken Bauchseite). Manchmal lässt sich dieses Füßchen sogar kitzeln und dann wackelt der ganze Bauch. Insgesamt geht es „wühliger“ zu, d.h. das Baby fühlt sich irgendwie „beschäftigt“ an.

Nachtrag 37. SSW: Es wird enger im Bauch. Strecken und Dehnen ist nicht mehr drin – stattdessen fühle ich förmlich, wie sich Fips in die typische Embryonalhaltung begibt. Tritte und Stöße, ja, sogar ein gesamtes Bauchdurchschütteln ist aber immer noch möglich und wird auch gern gemacht.

4 Gedanken zu “Kindsbewegungen: Wie fühlt sich das eigentlich an?

    • Sabine Wirsching schreibt:

      Ich weiß es tatsächlich nicht. Angeblich steht das ja im Mutterpass, aber aus den ganzen Abkürzungen werde ich nicht schlau 🙂
      Ich denke allerdings, dass ich keine Vorderwandplazenta habe – hab mit einer Freundin, die eine hatte, auch über das Thema gesprochen und sie sagte, sie habe kaum und auch erst sehr spät etwas gespürt.

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