Die Erstausstattungs-Checkliste, hebammengeprüft!

Was braucht so ein Neugeborenes eigentlich? Ganz viel (weil es ja noch gar nichts kann und Mama/Papa alles übernehmen müssen) oder ganz wenig (weil es nicht mehr braucht als Milch, Liebe, Schlaf und einen trockenen Popo)?

In der gängigen Literatur und im Internet findet man tausend Listen zum Thema Erstausstattung: Wir sind im Geburtsvorbereitungskurs eine davon durchgegangen und haben mit Hilfe der Hebamme wenig ergänzt… und umso mehr gestrichen. Hier ist das Ergebnis.

Babykleidung: Was braucht ein Neugeborenes?

Für Neugeborene von normalen Ausmaßen d.h. ca. 50-55 Zentimeter Länge wird die Kleidergröße 56-62 empfohlen: Das erscheint etwas zu groß, wird aber schneller passen, als man „Wachstumsschub“ sagen kann. Davon braucht man:

  • Bodies (je nach Geburts-Jahreszeit lang- bzw. kurzärmelig): 6  eher 10lieber ein paar Garnituren mehr, falls das Kind viel spucken sollte
  • Oberteile (je nach Geburts-Jahreszeit lang- bzw. kurzärmelig): 6  ebenfalls 10siehe spucken
  • Strampler:  auch 10ebendort.
  • Strumpfhosen: 4
  • Mützen aus Baumwolle: 2 (sicherheitshalber in Größe 62/68)
  • dicke Söckchen oder Strickschuhe: 3
  • dünne Söckchen: 3
  • Lätzchen bzw. Spuckwindeln: 6
  • Wollmütze: 1
  • Jacke bzw. Overall: 1 (je nach Jahreszeit auch als Thermoanzug)
  • Handschuhe: 1 (ja – aber nur zum Wärmen. Dünne Handschuhe als Kratzschutz behindern die orale Phase des Babys; hier genügt es, die Ärmel über den Händchen lang zu lassen)

Die Zubehör-Grundausstattung für Babys

Hier geht es tatsächlich um die Grundbedürfnisse Essen, Schlafen und trockener Po:

  • Tragetuch oder Tragesäckchen (hier auf einen breiten Steg zwischen den Beinen achten, damit das Kind immer in Hockstellung und niemals mit baumelnden Beinen getragen wird – sonst drohen Hüftschäden; geeignet sind zum Beispiel Manduca oder Ergobaby)
  • Windeleimer mit Deckel
  • Wickelkommode Wickeln lässt sich auf dem Bett, dem Sofa, dem Fußboden… kurz: überall! Wichtig ist nur, dass alle Wickelutensilien griffbereit sind.
  • gepolsterte Wickelunterlage oder Moltontücher zum Unterlegen: 2
  • Badethermometer und Badeeimer Babybadewanne (noch günstiger ist ein Wäschekorb; beides ermöglich jedenfalls, dass das Baby nicht we im Eimer nur Badewellness genießen, sondern auch wirklich gewaschen werden kann)
  • Heizlampe Rotlichtlampe (Mehrfachnutzung! Die Rotlichtlampe lässt sich nicht nur zum Wärmen, sondern auch zum Lösen von Verspannungen, Erkältungen, Infekten etc. einsetzen)
  • Beistellbett oder Kinderbett zum ans-elterliche-Bett-stellen
  • Wolldecke Babyfell (reguliert die Körpertemperatur im Winter wie im Sommer)
  • Stubenwagen Jedes neue Bett bedeutet Umstellung und bedeutet Stress beim Baby: Also lieber immer ins gewohnte Bettchen schlafen legen.
  • wasserdichter Matratzenschoner (beim Blasensprung vor der Geburt und beim Wochenfluss danach auch für Mama sehr nützlich)
  • Kinderwagen
  • leichte Bettdecke für den Kinderwagen Fußsack (verhindert Wärmestau hinter dem Deckenberg und ermöglicht einen bequemen Blick auf das Baby; lässt sich später auch im Sportwagen verwenden und ist daher eine einmalige Investition; Fußteil einfach hochklappen, damit das Kind nicht „verschwindet“)
  • Babyschale fürs Auto
  • Babyphone In normalen Wohnung und nicht zu großen Häusern unnötig – und falls doch, dann genügt die akustische Ausführung.

Für die Babypflege

  • Einmalwindeln in kleinster Größe oder Stoffwindeln (ca. 20 Sets)
  • Feuchttücher
  • kleine Waschschüssel
  • Waschlappen: 6
  • Kapuzenbadetücher: 2
  • Feuchttücher (vor allem für unterwegs – oder zum Aufwecken dauerschlafender Babys, denn dafür braucht es mehr als einen lauwarmen Waschlappen am Po)
  • Babyshampoo Muttermilch als Badezusatz
  • Wundcreme für den Nabel Muttermilch
  • Babyöl Olivenöl oder Kokosöl 
  • Babynagelschere normale Nagelfeile (in den ersten zwei Wochen gar nicht schneiden, sondern Kanten lieber feilen)
  • Babybürste
  • digitales Babythermometer (unbedingt für rektale Messungen; Stirnthermometer messen wegen Verdunstungskühle am Kopf immer eine geringere Temperatur)

Für Babys erste Mahlzeiten

Hier gehören natürlich nicht nur die Fläschchen dazu, sondern auch die aqäquate Verpackung von Mamas Milchbar:

  • Still-BHs: 4 (am besten kurz vor Ende der Schwangerschaft kaufen, damit sie auch wirklich passen)
  • Stilleinlagen: 6 Paar, zum Beispiel aus einem Woll-Seiden-Mix (sind nicht zum Aufsaugen der Muttermilch gedacht – dazu lieber Stoffwindel verwenden – sondern, um empfindliche Brustwarzen zu schützen; nach Verwendung einfach trocknen lassen und nicht jedes Mal waschen)
  • Stillkissen (stabilisieren die bequeme Seitenlage während der Schwangerschaft und sind daher doppelt nützlich, Sofakissen gehen aber auch)
  • Milchpumpe – jein: Milchstaus lassen sich effektiver mit Hilfe von Hebamme und verschiedenen Stillpositionen beseitigen; kleine und handtaschentaugliche Handpumpen eignen sich jedoch, wenn Mama mal ohne Kind ausgehen will)
  • Milchfläschchen: 2-3
  • Milchsauger: 1 (am besten von Medela Calma, denn diese Sauger sind der Brustwarze nachempfunden und zwingen die Babyzunge in keine „neue“ oder „faule“ Position, die das erneute Brusttrinken erschweren könnte)
  • Flaschenbürste
  • Sterilisator Kochtopf mit kochendem Wasser

… und das war’s! Damit sollte man die ersten paar Monate gut hinkommen. Und falls nicht: Mit der Geburt des Kindes stellt sich zwar das eigene Leben komplett auf den Kopf, aber in der Welt draußen bleiben die Laden-Öffnungszeiten ganz normal.

Für alle, die sich ins Shopping-Vergnügen stürzen wollen, gibt es meine Checkliste_hebammengeprüfte Erstausstattung noch mal zum Ausdrucken und Abhaken als PDF.

7 Gedanken zu “Die Erstausstattungs-Checkliste, hebammengeprüft!

  1. dreamsharingblog schreibt:

    Ganz tolle Liste! Tatsächlich brauchen Babys nicht viel. Und sollte doch etwas fehlen oder man sich kurzfristig für andere Produkte entscheiden, gibt es immer noch Geschäfte oder Amazon (Prime). Viele Mamas kaufen einfach viel zu viel ein. Babys lassen sich aber nicht in eine Norm pressen und haben ihre eigenen Vorlieben. Unsere Tochter mochte zb keinen Schlafsack. LG Jana

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    • Sabine Wirsching schreibt:

      Ich denke auch, dass man sich vor lauter Vorfreude zu vielem verleiten lässt… ich versuche immer zu überlegen, was meine Eltern hatten (haben sie es wirklich geschafft, mich ohne Sterilisator großzukriegen?!) und wie du sagst: Das Baby hat dann ja noch mal ganz eigene Vorlieben. Die Tochter einer Freundin mochte zum Beispiel nur Hosen und fing in Stramplern-mit-Fuß an zu weinen.

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