Geburt und Geburtsvorbereitung: Was übernimmt die Krankenkasse?

Auf meiner Liste steht heute ein Anruf bei der Krankenkasse und bei meiner Zusatzversicherung, die schon seit Jahren ungenutzt in der Schublade vor sich hinschmort: Welche Leistungen und Zusatzleistungen werden im Zusammenhang mit der Geburt übernommen?

Der Geburtsvorbereitungskurs

In der Regel werden von der Krankenkasse die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs übernommen. Hier geht es um das Erlernen spezieller Atemtechniken, Entspannungsübungen, die Anleitung zu wohltuenden Massagen sowie um wertvolle Tipps und Informationen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und zur Pflege des Neugeborenen. Meist werden diese Kurse von den betreuenden Vertragshebammen angeboten.

  • Die Abrechnung erfolgt für die Schwangere direkt zwischen Vertragshebamme und Krankenkasse (max. werden hier meist 14 Gruppenstunden zu je 60 Minuten bzw. 14 Einzelstunden zu je 30 Minuten übernommen).
  • Je nach Krankenkasse müssen die Kosten für den teilnehmenden Partner selbst gezahlt werden: Da wir beide bei der gleichen Krankenkasse versichert sind, können wir die Rechnung der Hebamme bei der Geschäftsstelle einreichen und bekommen sie dann erstattet – hier also unbedingt nachfragen!

Achtung: Bei Krankenkassen kann ein Erstattungslimit für Hebammen gelten, die den Geburtsvorbereitungskurs für Partner, die zusätzlichen Beratungsleistungen bei der Hebamme und die Hebammen-Rufbereitschaft umfassen.

Trotzdem steht jedem Paar pro Schwangerschaft ein Budget von 200 Euro für Zusatzleistungen zu, das nach Belieben (und sicherheitshalber zusätzlich mit Nachfrage bei der zuständigen Kasse) verbraucht werden kann. Dazu gehören beim Thema „Geburt und Geburtsvorbereitung“ beispielsweise

  • Hebammenrufbereitschaft oder zusätzliche Beratungszeit bei der Hebamme
  • Geburtsvorbereitungskurs (wie gesagt)
  • Akupunktur oder Homöopathie zur Geburtsvorbereitung

Kostenübernahme für die Geburt

Je nach Krankenkasse kann man sich zwischen einer ambulanten und einer stationären Entbindung entscheiden: entweder in einem Krankenhaus, durch Beleghebammen im Krankenhaus, in einer von einer Hebamme geleiteten Einrichtung oder zuhause mit Unterstützung einer Vertragshebamme.

Ich habe mich entschlossen, unseren Fips stationär im Krankenhaus zu bekommen. Zuerst hatte ich an ein Geburtshaus gedacht, aber mich letztlich gegen die ambulante Geburt dort entschieden. Ausschlaggebend war die Tatsache, dass ich mich nach der Geburt erst mal an all das Neue gewöhnen muss. Und wie ich mich kenne, kann ich das besser in einer Umgebung, die mir ebenfalls neu ist und in einer Situation, in der ich mich nicht noch zusätzlich um Alltagskram wie Essen kümmern muss.

  • Bei voller Wahlfreiheit werden die Kosten der ärztlichen Behandlung und die Hebammenhilfe während der Geburt ebenso von der Kasse übernommen wie ein Klinikaufenthalt für Mutter und Kind.
  • Auch die Kosten für eine ggf. medizinisch notwendige häusliche Pflege oder Haushaltshilfe können eingereicht werden.
  • Bei voller Kostenübernahme müssen keine Zuzahlungen zu Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln sowie zu Haushaltshilfe und häuslicher Pflege entrichtet werden, wenn diese Leistungen in Verbindung mit der Schwangerschaft oder Entbindung verordnet worden sind.
  • Die Wahl besonderer Geburtsmethoden wie zum Beispiel Wassergeburten sollten keinen Einfluss auf die Kostenübernahme haben.

So weit, so gut. Allerdings gibt’s da auch ein paar Horrorvorstellungen, die ich ebenfalls mit dem Begriff Krankenhaus verbinde:

  • Mehrbettzimmer mit schnarchenden Mitbewohnerinnen
  • leichtlebiger Umgang mit Schmerzmitteln und Dammschnitten

Letzteres ist allerdings ein Thema für sich. Damit werde ich mich – vermutlich noch mehr als einmal – separat auseinandersetzen (habe gerade ein Buch über „HypnoBirthing“ begonnen: Was ich am Anfang für einen affigen Modebegriff hielt, scheint tatsächlich das zu sein, was ich mir unter einer entspannten, selbstbestimmten Geburt vorstelle… aber auch dazu später mehr). Jetzt geht es erst mal um die möglichen Zusatzleistungen im Krankenhaus.

Zusatzleistungen im Krankenhaus

Oft werden Zusatzkosten nur von privaten Versicherungen oder Zusatzversicherungen übernommen (vorausgesetzt, die Versicherung bestand schon vor der Schwangerschaft), doch nachfragen kann sich trotzdem lohnen. Hier geht es etwa um folgende der sogenannten Wahlleistungen:

  • Übernahme der Fahrtkosten zur Klinik
  • Unterbringung im Familienzimmer (so kann der Partner mit im Krankenhaus übernachten), Zweibett- oder Einbettzimmer
  • Betreuung durch den Chefarzt
  • besonderes Essen
  • Übernahme der Zuzahlung für einen Klinikaufenthalt ab dem 6. Tag und auch bei „falschem Alarm“ d.h. wenn die Geburt doch noch nicht stattfindet

Ich setze mich dann mal ans Telefon und hoffe, dass ich Fips, dem weltbesten Papa und mir ein paar sorgenlose und ruhige erste Tage organisieren kann…

 

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