Was macht gute Männer zu den besten Vätern?

Eigentlich ist Muttertag, ich weiß. Doch da der Vatertag in der Regel in Bierlaune versinkt, widme ich mich dem männlichen Elternteil lieber heute: Denn obwohl es die Frau ist, die das Kind de facto bekommt, heißt es nicht, dass Väter nicht benötigt werden.

Halt! Bevor ich weiterschreibe, hier noch ein wichtiger Einschub: Der vorletzte Satz bedeutet nicht, dass alleinerziehende Mütter nicht einsame Klasse sein können; vor allem wenn der Erzeuger aus irgendwelchen Gründen kein geeignetes Papamaterial darstellt. Aber da der weltbeste Ehemann und ich den Fips zusammen bekommen werden, schreibe ich an dieser Stelle über zwei Elternteile.

Aber nun noch mal: Nur weil es die Frau ist, die das Kind bekommt, heißt es nicht, dass Väter überflüssig sind. Im Gegenteil: Im Sinne der Gleichberechtigung können Männer in meiner Welt sehr wohl Füttern, Wickeln, Schlafliedersingen, Haushaltmachen, Fläschchenwärmen und Tränentrocknen. Sie sind keine Ersatz-Mamas, die diese Rolle in heller Panik übernehmen, wenn es nicht anders geht – sie sind Eltern. Oder mit einem zuaberhaften T-Shirt-Spruch gesagt:

Das Papa-Dasein beginnt mit der Schwangerschaft

Die Vaterschaft startet dabei nicht erst mit der Geburt: Die vorangehende Schwangerschaft ist vielmehr die beste Gelegenheit, um schon mal die wichtigsten Vatertugenden zu entwickeln. Denn werdende Mamas können mitunter anspruchsvoll, anhänglich und äußerst liebebedürftig sein – und das haben sie mit Babys und Kleinkindern durchaus gemeinsam. Zu den Papa-Aufgaben gehört also Folgendes:

1. Bedürfnisse ermitteln

Was ist mit der Partnerin los, wenn sie weinerlich oder gereizt reagiert? Sind da wirklich Schwangerschaftshormone am Werk oder gibt es wichtige Sorgen und Bedürfnisse, die ermittelt und anschließend erfüllt werden sollten?

Übrigens: Die Klassiker sind Hunger, Müdigkeit, Einsamkeit, Überforderung oder Angst. Und dagegen lässt sich meist aktiv etwas unternehmen. Dasselbe gilt später für das Baby. Nasse Windeln, leerer Bauch, fehlender Körperkontakt: Papa, hier kommt dein Auftrag!

2. Trösten

Manche Bedürfnisse lassen sich nicht sofort erfüllen bzw. manche Dinge lassen sich gar nicht ändern. Manchmal ist die Partnerin völlig neben der Spur, obwohl kein Grund dafür erkennbar scheint. Wer jetzt gut zuhört, umarmt und durch geduldige Anwesenheit tröstet, kann in diesen Situationen trotzdem ein guter Partner sein – und später ein toller Papa, der geduldig die kleinen Kümmernisse des Alltags mit dem Nachwuchs verarbeitet.

3. Rituale einführen

Gemeinsame Rituale sind gut für die Partnerschaft: Vielleicht hat dazu bisher das gemeinsame Abendessen oder das Sonntagsfrühstück gehört. Jetzt lässt sich das Repertoire um das Einölen des Babybauchs oder Spaziergänge ergänzen. Was im Moment wertvolle Pärchenzeit bedeutet, wird dann später dabei helfen, den Alltag des Kindes zu strukturieren: Anzieh-, Essens- und Einschlafrituale sorgen  für einen geregelten Familien-Tagesablauf.

4. Gemeinsam genießen

Ob Rituale, Gespräche oder einfach nur das Gefühl trösten zu können und getröstet zu werden: All das stärkt ein Paar während der Schwangerschaft und sorgt dafür, dass beide Partner zufrieden in den aufregenden neuen Lebensabschnitt als Eltern starten. Und die Fähigkeit zum Genießen der kleinen Dinge lässt sich auch an das Baby weitergeben.

5. Mit der eigenen Hilflosigkeit umgehen lernen

Die Schwangerschaft ist eine körperliche und emotionale Belastung, die nicht zu unterschätzen ist. Und: Nicht alles daran lässt sich teilen. Die Partnerin ausschlafen zu lassen und möglichst viel Haushalt zu übernehmen, ist eine große Hilfe. Doch manche Dinge sind unteilbar: So wie der werdende Vater seiner Partnerin etwa den Geburtsschmerz nicht abnehmen kann, kann er auch nicht alles von seinem Kind fernhalten. Doch auch in diesen Situationen präsent zu sein und sich von dem Gefühl der Machtlosigkeit nicht verrückt machen zu lassen, bedeutet wahre Stärke.

Und keine Sorge: Es wird genügend handfeste Situationen, in denen aktive Papa-Power gefragt ist:

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