Babynamen: Wie soll F.i.p.s. nur heißen?

Manchmal habe ich das Gefühl, die Namensfrage ist der Beziehungstest schlechthin: Passen wir wirklich so gut zusammen wie wir dachten – oder kommen am anderen plötzlich Ernst-Peter-Justin-Seiten zum Vorschein, die man dort niemals vermutet hätte?

Der weltbeste Ehemann und ich pflegen – wenn man die Namensfrage zugrunde legt – wohl ein zumindest halbsehrgutes Verhältnis: Denn auf zwei Mädchennamen zur Auswahl (man muss ja auch schauen, wie es aussieht – nicht dass Jaqueline mit einem Erna-Gesicht leben muss… oder umgekehrt) konnten wir uns leicht einigen. Doch was, wenn es ein Junge wird? Fips ist nämlich nur ein „Arbeitstitel“.

F.I.P.S. enthält zwar alles, was wir uns für unser Baby wünschen:

  • Fröhlichkeit
  • Interesse
  • Persönlichkeit
  • Superman-Kräfte

… aber ganz ehrlich: Ein einfacher Name ist Fips nicht. Für süße kleine Säuglinge und weise alte Opas vielleicht. Aber nicht für picklige Teenager, die bei ihrer ersten Liebe landen, oder aufgeregte Youngster, die beim Bewerbungsgespräch auf seriös machen wollen. Falls unser Fips ein cooler Typ wird, wird er diese Belastungsproben zwar wegstecken; doch andernfalls steht ihm vielleicht ein so hartes Leben bevor wie Johnny Cashs „A Boy Named Sue„.

Denn da kommen wir zum nächsten Punkt: Einen Babynamen auszuwählen bringt riesige Verantwortung mit sich. Aus welchem Namen kann auf dem Schulhof das geringste Mobbingpotential geschöpft werden? Bei welchem Namen kommt idealerweise nur das eigene Kind und nicht der halbe Spielplatz angerannt? Und welchen Namen mag man die nächsten zehn Jahre pro Tag mindestens vierzig Mal rufen?

Meine Mutter hat uns hier ein sehr praktisches Geschenk gemacht: Sie besorgte ein Buch über Babynamen – und zwar mit den Vornamen, die man lieber vermeidet: „Ernst beiseite! 500 Namen, die Sie Ihrem Kind besser nicht geben sollten„.

Darin steht, zum Beispiel, mein Name. Oh Mutter, hättest du das Buch doch damals schon gehabt! Dann hieße ich jetzt vermutlich nicht wie die Patronin des Blutflusses.

Den weltbesten Ehemann (bzw. seinen an sich sehr schönen, aber sammelbegriffartigen Vornamen) findet man ebenfalls bei William Wahl: Christian können wir unser Kind nämlich schon deswegen nicht mehr nennen, weil einfach alle Christians bereits auf der Welt sind.

Schade. Meine Mutter hätte nach ihrem Vater Christian, ihrem Opa Christian und ihrem Schwiegersohn Christian sicher auch gern einen Enkel Christian gehabt. Schon allein aus praktischen Gründen.

Ansonsten findet man in diesem Buch so schöne Listen wie

  • „Die 10 übelsten Vornamen historischer Tyrannen“
  • „Die 10 Namen mit den am wenigsten schmeichelhaften Tiernamen“ (Favorit: Dahinda = Ochsenfrosch)
  • „Die 10 dämlichsten friesischen Vornamen“ (Favorit: Wubke)
  • „Die 10 durchgeknalltesten Namen amerikanischer Promibabys“ (Favorit: Diva Thin Muffin Pigeen – Asche auf dein Haput, Frank Zappa!)
  • „Die 10 einrichtungshäuslichsten schwedischen Vornamen“ (Favorit: Frederik, die Schublade)

Kurz: Jede Menge Potential zum Lachen und sehr zu empfehlen! Aber wie wir den Mini-Freggel nun nennen sollen, wissen wir immer noch nicht. Inzwischen fange ich daher schon an, bei Filmen konzentriert jeden Namen im Abspann zu lesen und obskure „Sag uns deinen Nachnamen und wir verraten dir den perfekten Namen für dein Kind„-Homepages zu frequentieren. Doch dabei findet man auch wieder eher Sachen, die man nicht möchte – obwohl mein Favorit Blå immerhin den Vorteil hat, dass das Baby ihn sehr schnell selbst aussprechen kann.

Wir werden wohl also doch noch einen Klassiker zum Thema Vornamen kaufen müssen – wollte ich nie, aber wer hätte gedacht, dass der weltbeste Ehemann meine Lieblingsnamen Benno und Leonard so rundheraus ablehnen würde?

Tja. Und falls Fips auf dem Schulhof am Ende doch ausgelacht werden sollte, geben wir ihm einfach das Buch von William Wahl in die Hand, damit er die Namen seiner Quälgeister recherchieren kann. Wehe euch, ihr Idunas, Ashlynns und Chotsanis!

7 Gedanken zu “Babynamen: Wie soll F.i.p.s. nur heißen?

  1. gazellenspur schreibt:

    Sehr humorvoller Beitrag. Vielen Dank dafür!

    Die Namenswahl ist wirklich ein Mammutprojekt denn schlussendlich muss einer immer einstecken und man kann nicht jeden glücklich machen. Mein Tipp: Schaue dir den Familienstammbaum von dir und deinen Mann genauer an, vielleicht findet sich doch was gutes was sich „modernisieren“ lässt. Was auch gut ist sind Wikipediaartikel von Persönlichkeiten, da hat das Kind schon einen Namensvetter bei dem er aufsehen kann

    Gefällt 1 Person

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