Schwanger – und schön?

Wahre Schönheit kommt von innen, lautet das Sprichwort. Doch was wird daraus, wenn während der Schwangerschaft das eigene „Innen“ ganz anders wird? Vielleicht gibt es Frauen, für die das keine Rolle spielt – oder die Veränderungen sofort etwas Positives bedeutet. Bei mir war es ein wenig anders. Doch bevor ich von meinem (letztlich gar nicht so komplizierten) Weg zur Schönheits(wieder-)findung berichte, muss ich erst einmal ein wenig von mir erzählen.

Mein Körpergefühl war nie besonders gut. Ich bin eher Körperklaus als Eleganzkönigin. Meine älteste Freundin erzählt immer noch kichernd von der Tanz-mit-Bändchen-am-Stock-Stunde im Gymnastikunterricht in der Oberstufe: Während alle Ladies leichtfüßig tänzelnd das Bändchen durch die Luft flattern ließen, war es bei mir eher eine Elefantenperformance. Stampf-stampf, zack-zack. Kann auch dran gelegen haben, dass mir das ganze Gymnastikzeugs unter der tambourinklopfenden Führung einer vertrockneten Strickmamsell absolut kein Vergnügen bereitete.

Die Vorgeschichte: Mein ganz normaler Körper

Was mir dagegen wirklich Spaß macht, ist Yoga. Seit vielen Jahren habe ich immer mal ein paar kleine Übungen aus Büchern nachgeturnt, aber so richtig zündete der Funken erst, als bei uns im Büro Mittwochabendyoga eingeführt wurde. Zum ersten Mal lernte ich, meinen Körper ansatzweise zu beherrschen – ich hatte sogar mit den Vorbereitungen zum Kopfstand angefangen. Außerdem fühlte ich mich stark und biegsam.

Trotz Fitnessstudio war ich nie der Skinny-Typ, sondern eher die Ganz-normale-Frau: Mit Po und Hüften, nicht klein, nicht elfenhaft – aber mit Yoga fand ich zu einem Gefühl, dass ich mit einem meiner Lieblingshashtags am besten beschrieben fand: #strongnotskinny.

Meine Stärke habe ich dabei aus dem Bauch geholt. Denn im Gegensatz zu allen anderen Körperteilen wusste ich, wie ich ihn nutzen kann: Als Kind hatte ich mit einem üblen Hohlkreuz zu kämpfen, aber eine gestärkte und verstärkte Nutzung der Bauchmuskeln hatte das beseitigt. So war mein Bauch mein Leben lang mein Zentrum gewesen – und dieses Zentrum war das erste, bei dem der Fips die Herrschaft übernahm.

Dein Bauch gehört mir: Hier kommt der neue Herrscher!

Fips mochte es nicht, wenn ich zur gewohnten Rückenstabilisierung die Bauchmuskeln anspannte. Was mich früher gestärkt hatte, war nun unangenehm, beengend und praktisch unmöglich. Ich musste loslassen – den Bauch loslassen. Und stand plötzlich ohne mein Zentrum da. Geschwächt, instabil und haltlos; so fühlte es sich an. Und das passte leider bestens zur anfänglichen Schwangerschaftsverwirrung. Dass ich aufgrund der Übelkeit auch noch häufiger essen musste und mir noch vor dem Babybäuchlein erst mal einigen Hüftspeck zulegte, machte es nicht besser – im Gegenteil. Ich fühlte mich in mir völlig verloren.

Allerdings war ich dem Fips deswegen nicht böse. Ich habe die Veränderungen, so „schlimm“ sie sich auch anfühlten, als natürlich und notwenig betrachtet. Aber ich wollte mich auch nicht in mir schlechtfühlen – denn um selbst glücklich und ausgegeglichen zu werden, brauchte der Fips nicht nur Essen und Platz, sondern vor allem eine glückliche, ausgeglichene Mama.

Wie findet man sich in der Schwangerschaft schön?

Also habe ich gegoogelt: Wie findet man sich in der Schwangerschaft schön? Umgehend landete ich bei diversen Foreneinträgen, in denen Frauen entweder über ihr völlig aus dem Ruder gelaufenes XXL-Gewicht jammerten oder ihre bis zur Geburt erhaltene Wespentaille bejubelten. Das war nicht das, was ich wollte: Was war mit den „normalen“ Frauen? Wie fühlen sich die werdenden Mamas, die sich weder als „fett“ bezeichnen, noch ihre Schwangerschaftsschönheit weiterhin an den üblichen Maßstäben von Size Zero & Co. festmachen?

Das war nirgends zu lesen. Vielleicht haben diese Frauen kein Bedürfnis, sich zu ihrem Körpergefühl zu äußern. Denn dass es sie nicht gibt, wollte ich nicht glauben.

Die Bilderbuch-Schwangeren

Ich begann mir also Instagram-Bilder genauer anzusehen. Wie sehen schöne, schwangere Frauen aus? Was empfinde ich als schön?

#35weeks #pregnant #pregantbelly #nearfuturebaby #babybelly #family. Photo credit to @raybosslene

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Und nicht zu vergessen: Mein Lieblingsvideo!

Was vereint die Frauen auf den Bildern – habt ihr’s entdeckt? Bestimmt, denn was diese Frauen so schön macht, ist die pure Lebensfreude. Das Glück und die Freude, die sie ausstrahlen (und ja, nehmen wir mal an, dass sie nicht nur für das Foto lächeln). Kurz: Sie sehen toll aus. Kein bisschen topmodel-skinny und von Baucheinziehen ist auch keine Rede mehr, aber sie sind schön. Jeder, der etwas anderes behauptet, müsste ein blinder Griesgram sein.

Es sind also eben tatsächlich die inneren Werte, die schön machen – und wie ich zu diesen Werten zurückgefunden habe, verrate ich im nächsten Beitrag!

PS: Und ja, auch die, die nur „einen Fußball verschluckt“ haben, haben keine Taille im herkömmlichen Sinne mehr. Schaut mal genau hin!

 

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