Schluss mit Yoga am Strand

Fit und aktiv durch das erste Trimester?

Bevor ich schwanger wurde, habe ich mir überlegt, wie es sein würde, wenn es denn sein würde: Vor allem würde ich mich weiter gesund ernähren und Sport machen. Das war mein Plan. Denn wenn man mehr zunimmt als 10 Kilo, dann bleibt das drauf – das weiß man ja (zumindest, wenn man einem blödsinnigen Mythos glaubt). Das würde mir nicht passieren – auf gar keinen Fall! Ich würde eine schlanke, fitte Mama sein und keine Seekuh. Punkt und basta!

Schon jetzt kann ich eigentlich nur noch den Kopf über meine Pläne von der perfekten Schwangerschaftsfigur schütteln. Denn ich hatte nicht im Geringsten damit gerechnet, dass so ein Babybauch seinen eigenen Willen hat – sogar wenn er noch gar nicht zu sehen ist.

Kaum reiskorngroß, aber schon ein Dickkopf

Vor der Schwangerschaft bin ich in jeder Mittagspause zum Sport gegangen, vier Mal die Woche. Eine halbe Stunde Ausdauer und dann ein wenig Gerätetraining. Außerdem hatte ich gerade die wunderbar entspannende und straffende Wirkung von Yoga für mich entdeckt, so dass dazu einmal die Woche anderthalb Stunden Yogaklasse und zuhause noch eine Handvoll Einheiten Youtube-„Yoga with Adrienne“ kamen. Für meine Verhältnisse (und ich bin trotz des regelmäßigen Trainings wirklich kein Sportfreak) war ich topfit in Form. Zum ersten Mal im Leben hatte mein Körperklaus-Ich ein positives Körpergefühl.

Damit räumte Fips ziemlich bald auf: Beinahe zeitgleich mit dem postiven Test setzte der nicht einmal vorhandene Babybauch meine Bauchmuskeln außer Kraft – und hebelte damit mein Gefühl von zentraler Stärke und Gleichgewicht aus. Ohne meine gewohnte Mitte fühlte ich mich vollkommen „verloren“ und die Kreislaufprobleme sorgten dafür, dass mit den Sportpausen und auch mit meinem geliebten Yoga erst mal Schluss war. Stattdessen verbrachte ich meine Tage dahingestreckt auf dem Sofa – ohne jeden Bewegungsdrang und schon bei der kleinsten Anstrengungen schnaufend wie eine Dampflok. Mit Sport war also nichts mehr.

* Inzwischen weiß ich, dass das Schnaufen eine gute Sache ist – auch ohne Walrossfigur, die einen dazu berechtigt: Schuld daran ist das Schwangerschaftshormon Progesteron, das eine Steigerung des Atemvolumens bewirkt und den Körper so dazu bringt, mit Hilfe des tieferen Atems mehr Sauerstoff in den Blutkreislauf zu pumpen. Und der kommt ntürlich auch dem Baby zugute.

 Vom „richtigen“ Körpergefühl im Valschen

Dass ich mittlerweile (langsam, aber doch meistens) wieder zu einem angenehmen Körpergefühl zurückkehre, liegt auch daran, dass ich seit Ende des ersten Trimesters langsam wieder Sport machen kann. Denn die Übelkeit ist weg und die Kreislaufbeschwerden bessern sich: Ich schnaufe immer noch wie ein Walross und beim Spazierengehen schleiche ich, dass mich jede Oma mit Rollator locker überholt – doch ich komme wieder vom Sofa.

Im Fitnessstudio schaltet sich allerdings manchmal mitten im Training der Crosstrainer ab: Das liegt dann daran, dass ich die minimale Betriebsgeschwindigkeit bei dem Versuch unterschreite, meine Herzfrequenz von jenseits von Gut und Böse auf ein gesundes Maß herunterzulaufen. Ich schleiche wie eine Schnecke, schwitze trotzdem und mein Training habe ich auf die halbe Zeit verkürzt. Aber was soll’s? Ich bewege mich, und das tut mir unsagbar gut.

Seit einer Woche mache ich auch wieder Yoga – mit Ausnahme gewisser Übungen, die den Fips gefährden könnte, aber schon fast wieder mit alter Power. Das zweite Trimester verspricht also wunderbar zu werden. So wird es bei mir sicher nicht aussehen – aber ganz ehrlich: Gegen diese Lady war ich schon ohne Babybauch ein steifer Stock im Mixer:

*** Beim Yoga zu meiden sind alle Übungen, welche die Bauchmuskeln zu sehr belasten. Meine Yogalehrerin empfahl besonders für die Frühschwangerschaft Folgendes: Alles vermeiden, was den Bauch dreht oder einengt oder beansprucht (z.B. das „Boot“). Bauchlagen (vorausgesetzt, das Gewicht wird nicht nur auf den Bauch verlagert!) sind dagegen so lange in Ordnung, wie sie durchführbar sind. Generell ist darauf zu achten, dass sich der Bauch immer gut und entspannt anfühlt: Eine gute Gelegenheit, auch gleich die eigene Achtsamkeit zu testen!

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