Noch nichts zu sehen: Das erste Trimester

Wie alles (anders) begann: Vom Hausbau zum Fips

Zwei Striche in einem kleinen Fenster – gibt es etwas, was das eigene Leben nachhaltiger verändern könnte? Vermutlich nicht.

Ich habe nie feste Pläne für mein Leben gemacht, doch in meiner Vorstellungen waren zwei Dinge immer dabei: ein Haus und ein Baby. Ich konnte mir nie vorstellen, in einer Wohnung und ohne eine gute Beziehung zu (m)einem Kind alt zu werden – was vielleicht daran liegt, dass ich ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter habe und ich mir diese Freude für mich eines Tages einfach ebenso wünschen würde.

Für den Traum vom Haus hatte ich beizeiten Vorsorge getroffen: Ein knappes Jahr nach unserer Hochzeit sind wir inzwischen dabei, unser Zuhause aufzubauen.

Den Babywunsch bin ich weit weniger konkret angegangen: Im April 2016 haben wir aufgeregt und glücklich entschieden, dass wir ab sofort nichts mehr gegen eine Schwangerschaft unternehmen würden. Alles andere haben wir auf uns zukommen lassen. Nach den ersten teuren Schwangerschaftstests habe ich mir eine günstige und müllärmere (sorry, auf den Wortwitz kann ich nicht verzichten!) Familienpackung <hCG-Schnellteststreifen zugelegt – genug Vorrat für zwei Jahre und genug Zeit, um uns keinen Stress zu machen.

Dass ich nach wenigen Monaten das erste Mal neun Tage überfällig war, hat mich glücklich gemacht. Beim Laufen habe ich meine Füße vorsichtiger aufgesetzt, vorm Spiegel meinen Bauch angeschaut und meinen Körper beobachtet. War da nicht ein kleines Ziepen im Bauch? Könnte es sein, dass…? Lange Geschichte, kurzer Sinn: Es war nicht so. Nach neun Tagen zeigte nicht nur der Schwangerschaftstest, dass kein Baby im Anmarsch war.

Und es klingt kitschig, aber schließlich war ich der Meinung, dass ich keine Kinder würde bekommen können. Damit wir uns richtig verstehen: Damit habe ich mich nicht verrückt gemacht. Mein Kinderwunsch wäre ein Teil meines Lebens gewesen, aber nicht der einzige Teil. Zu keinem Zeitpunkt war ich ausschließlich darauf konzentriert schwanger zu werden. Ich habe meinem Körper vertraut – er würde entscheiden, ob ich eine gesunde Mutter eines gesunden Babys sein könnte. Und wenn ich dann in mich hineinhörte, sagte mein Körper „nein“. Es war ein freundliches „Nein“, aber ein „Nein“.

Das wäre für mich in Ordnung gewesen. Wenn ich keine Kinder hätte bekommen können, hätte ich damit gelebt. Schlimm wäre nur gewesen, sich nichts mehr zu wünschen als ein Baby – und dann keins bekommen zu können. Das wäre furchtbar gewesen. So ging es mir auch ohne Babykriegen gut. Es wäre okay gewesen.

Der weltbeste Ehemann sagte, ich solle mir nicht selbst so einen Scheiß erzählen. Doch ich wusste es besser: Das „Nein“ war da. Dass es nur temporär sein würde, wusste ich nicht.

Platz da, das gehört mir!

Doch zunächst beschlossen wir sowieso, die Babypläne aufzuschieben. Wir hatten unser Grundstück gefunden und 2017 sollte dem Hausbau gewidmet werden. Dass ich mit einem dicken Bauch auf der Baustelle ackern würde, war ausgeschlossen – zumindest war das der Plan. War. Denn dann kam die Grundrisszeichnung des Architekten und unsere Überlegung, das Kinderzimmer eventuell erst mal zum Sportzimmer zu machen, wurde an höchster Stelle abgelehnt: „Das ist mein Zimmer! Platz da, hier komm ich!“

Und so machte sich der Fips auf den Weg zu uns.

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